Bitcoin: Gescheitertes Gesetz, steigende Kurse
Bitcoin gewann knapp elf Prozent, während SEC-Ausnahmen den Handel erleichterten; ein Protokoll-Hack zeigt fortbestehende Sicherheitsrisiken.

- Kryptomarkt legte fast elf Prozent zu
- Bitcoin gewann knapp elf Prozent
- SEC gewährte fünfjährige Ausnahmegenehmigung
- Near-Intents-Hack verursachte 3,8 Millionen Dollar Schaden
Ein politisches Scheitern sorgt an den Krypto-Märkten für Erleichterung. Der Senat stoppte den Clarity Act am 15. September denkbar knapp, mit 49 zu 50 Stimmen. Viele Händler rechneten mit Kursverlusten. Eingetreten ist das Gegenteil.
Warum das Aus den Markt stützt
Der gesamte Kryptomarkt legte seither von 2,65 auf rund 2,95 Billionen Dollar zu, ein Plus von fast elf Prozent. Bitcoin stieg um knapp elf Prozent, Ether um etwa zwölf Prozent. Kleinere Krypto-Assets zogen oft noch stärker an.
Matt Hougan, Chefanlagestratege des Vermögensverwalters Bitwise, liefert die Erklärung. Die Branche verpasste zwar ein bundesweites Gesetz, entging aber schmerzhaften Einschnitten. Der Entwurf hätte Börsen untersagt, Kunden Zinsen auf Stablecoin-Guthaben zu zahlen. Anbieter wie Coinbase können ihre Ertragsmodelle nun im Rahmen bestehender Regeln weiterführen.
Auch etablierte Börsen profitieren. Das Gesetz hätte Konkurrenten den Markteintritt über nationale Lizenzen erleichtert und zugleich das Geschäftsmodell großer Plattformen beschnitten.
Behörden füllen das Vakuum
Die Aufsicht reagiert pragmatisch. Nur Tage nach der Abstimmung gewährte die SEC eine fünfjährige Ausnahmegenehmigung für den Handel mit tokenisierten Aktien auf Blockchains. Kurz darauf folgte eine weitere Erleichterung: Kündigt ein bestehendes Krypto-Netzwerk den Rückkauf eigener Token an, stuft die Behörde das nicht automatisch als regulierten Wertpapiervertrag ein. Auch die Derivateaufsicht CFTC trifft marktnahe Entscheidungen.
Hougan warnt allerdings vor den Nebenwirkungen. Künftige Regierungen können behördliche Entscheidungen schnell wieder kassieren, ein Bundesgesetz hätte dauerhafte Sicherheit gebracht. Die Branche habe langfristige Gewissheit gegen schnellere und bessere Regeln getauscht.
Sicherheitslücken bleiben ein Risiko
Wie verwundbar die Infrastruktur weiterhin ist, zeigte sich heute am Near-Intents-Protokoll. Das Tool für Swaps zwischen Blockchains stoppte den Dienst, nachdem ein Angreifer rund 3,8 Millionen Dollar abgezogen hatte. Auslöser war ein Fehler in der Omni-Schicht für Ein- und Auszahlungen. Der NEAR-Token verlor zeitweise knapp neun Prozent. Die Betreiber sagen den Nutzern vollständige Entschädigung zu.
Ob ein Zusammenhang mit dem Hack der Börse Bitget besteht, bei dem vergangene Woche rund 387,5 Millionen Dollar abflossen, ist offen. Zwei Tage zuvor hatte Near Intents einen Tausch des Bitget-Angreifers über 50 Millionen Dollar blockiert. Für Bitcoin selbst bleibt der Vorfall ohne direkte Folgen, er unterstreicht aber die Schwachstelle der Brücken zwischen Netzwerken.
Der regulatorische Rückenwind hängt damit an Behördenentscheidungen, die sich jederzeit drehen lassen. Das Fehlen eines Gesetzes hat dem Markt im September genutzt, ein dauerhaftes Fundament ist es nicht.
Stand heute, 1. Oktober: Bitcoin – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Bitcoin investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




