Bitcoin: Glassnode sieht neue Verkaufshürde
ETF-Zuflüsse stützen den Kurs, während Spot- und Terminmarktdaten auf nachlassende Nachfrage hindeuten.

- Verkaufsorders bei 85.000 Dollar abgebaut
- Neue Verkaufsbarriere bei 87.000 Dollar
- US-Spotfonds mit Nettozuflüssen an zwei Tagen
- Spotnachfrage binnen 30 Tagen gesunken
An den Krypto-Börsen verschiebt sich die Frontlinie der Verkäufer nach oben. Nachdem eine größere Ansammlung von Verkaufsaufträgen im Bereich um 85.000 US-Dollar geräumt und teilweise zurückgezogen wurde, stieß die Leitwährung kurzzeitig vor, prallt nun jedoch an einer weiteren Barriere ab.
Orderbücher im Wandel
Am gestrigen Freitag rückte der Kurs zeitweise über die Marke von 86.000 US-Dollar vor und erreichte in der Spitze Niveaus über 87.000 US-Dollar. Nach Angaben des Analysehauses Glassnode bedienten Käufer zunächst Teile der bei 85.000 US-Dollar platzierten Verkaufsaufträge, woraufhin Marktteilnehmer verbleibende Orders auf diesem Niveau strichen.
Damit ist der Weg nach oben allerdings nicht ohne Gegenwehr. Glassnode verortete direkt im Bereich um 87.000 US-Dollar eine weitere Häufung von Verkaufsaufträgen. Diese neue Hürde bremste den jüngsten Vorstoß vorerst ein.
Die Marktdaten spiegeln diese Konsolidierung auf erhöhtem Niveau wider: Aktuell notiert die Kryptowährung bei 84.682,00 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,2 Prozent entspricht.
Konzentrierte Kapitalströme stützen das Niveau
Die jüngste Aufwärtsbewegung wurde durch makroökonomische Impulse flankiert. Medienberichten zufolge sorgten schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten am Freitag für sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen. Zuvor hatte am Donnerstag bereits ein moderater Inflationsbericht für vorübergehende Bewegung gesorgt.
Das Handelshaus QCP Capital ordnete die Kursdynamik allerdings vorsichtig ein. Den Experten zufolge passte die Bewegung eher zu konzentrierten Kapitalströmen als zu einer breit angelegten Reaktion auf das Zinsumfeld.
Rückenwind kam dabei von institutioneller Seite über börsengehandelte Spot-Fonds in den USA. Allein am Donnerstag verbuchten diese Produkte Nettozuflüsse von 102,7 Millionen US-Dollar, gefolgt von weiteren 31,7 Millionen US-Dollar am Freitag.
Warnsignale aus den On-Chain-Daten
Trotz der jüngsten Erholung mahnen fundamentale Marktdaten zur Zurückhaltung. Nach Auswertungen des Analysehauses CryptoQuant von Mitte der Woche ging die Nachfrage am Spotmarkt über einen Zeitraum von 30 Tagen um rund 170.000 Einheiten zurück.
Gleichzeitig verzeichnete CryptoQuant ein abflauendes Interesse an den Terminmärkten. Das Wachstum der spekulativen Nachfrage über Terminkontrakte fiel binnen 15 Tagen um 90 Prozent. Zunehmende Einzahlungen auf Handelsplattformen deuteten zudem auf Gewinnmitnahmen hin.
Charttechnisch bleibt der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen dennoch vorerst intakt. Mit dem aktuellen Niveau hält die Kryptowährung einen komfortablen Abstand von 7,8 Prozent zu ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Ob der Ausbruch über die Zone von 87.000 US-Dollar gelingt, hängt nun davon ab, ob die institutionelle Nachfrage das abflauende Momentum am Spotmarkt ausgleichen kann.
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