Bitcoin: Heiße Inflation drückt unter 81.000

Höhere September-Inflation belastet Bitcoin; Liquidationen und ETF-Abflüsse begleiten den Rückgang.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin verliert gut drei Prozent
  • US-Inflation steigt auf 3,7 Prozent
  • Knapp eine Milliarde Dollar liquidiert
  • Bitcoin-ETFs verzeichnen 261,5 Millionen Dollar Abflüsse

Eine Inflationszahl reicht, und der Markt dreht. Bitcoin rutscht am Donnerstag unter 81.000 Dollar und steht damit auf dem schwächsten Niveau seit Ende September. Auslöser sind US-Verbraucherpreise, die für September stärker ausfielen als erwartet.

Zinsangst trifft Risikoanlagen

Die Inflationsrate stieg auf 3,7 Prozent, auch die Kernrate legte zu. Steigende Energiekosten greifen offenbar auf die breitere Wirtschaft über. Der Markt preist daher eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank ein: Für Dezember sehen Terminmärkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für einen Schritt um 25 Basispunkte. Eine Pause im Oktober gilt weiterhin als wahrscheinlich.

Höhere Zinsen lenken Kapital in sicherere, verzinste Anlagen. Spekulative Werte wie Kryptowährungen leiden darunter. Bitcoin gab zuletzt gut drei Prozent nach und notierte bei etwa 80.800 Dollar.

Der Ausverkauf kam nicht allein aus dem Kryptosektor. Zuvor hatten Technologiewerte an der Wall Street nachgegeben, in Asien folgte ein deutlicher Rutsch: Südkoreas Kospi verlor zeitweise 8 Prozent, Japans Nikkei gut 5 Prozent. Ein Analyst von Zeus Research spricht von einer breiten Risikoscheu, bei der die Schwäche der US-Techwerte auf beide Märkte übergreift, ohne dass einer den anderen direkt auslöst.

Liquidationen und ETF-Abflüsse

Die Folgen zeigen sich in den Derivaten. Binnen 24 Stunden wurden Krypto-Positionen im Volumen von knapp einer Milliarde Dollar zwangsliquidiert, überwiegend Wetten auf steigende Kurse. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Abflüsse von 261,5 Millionen Dollar.

Altcoins traf es noch härter. Ether verlor bis zu 6,5 Prozent und fiel auf rund 2.350 Dollar, Cardano gab 6 Prozent ab, Solana und XRP knapp 5 Prozent. Zcash brach unter den größten Werten mit fast 13 Prozent am stärksten ein.

Chartmarke 80.000 im Blick

Ein Krypto-Experte sieht den Aufwärtstrend trotzdem intakt. Die Zone um 80.000 Dollar, einst Widerstand, fungiere nun als Unterstützung. Das sei ein typisches Muster, Rücksetzer von zwei bis fünf Prozent gehörten dazu. „Das muss man aushalten können“, sagt er.

Hält die Marke, nennt er 97.000 Dollar als nächstes Ziel, allerdings eher mit einer Seitwärtsphase davor. Bei einem nachhaltigen Ausbruch rücken 111.000 Dollar in Reichweite, im besten Fall das Rekordhoch bei rund 126.000 Dollar. Bricht die Unterstützung, droht ein Test der 80.000er-Marke von unten, mit weiterem Abwärtsrisiko.

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