Bitcoin: Iran-Deal treibt auf 63.850 Dollar

Ein vorläufiger Iran-Deal treibt Bitcoin auf 63.850 Dollar, während schwache PPI-Zahlen zuvor für Kursdruck sorgten.

Die Kernpunkte:
  • Friedenssignal aus Washington treibt Bitcoin
  • US-Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet
  • Strategy stockt Bestand um 1.550 BTC auf
  • ETF-Markt verzeichnet 13 Tage Abflüsse

Ein Friedenssignal aus Washington hat Bitcoin aus dem Wochentief gezogen. Während schlechte Inflationsdaten den Kurs kurz unter Druck setzten, sorgte die Ankündigung eines vorläufigen Iran-Deals für eine schnelle Gegenbewegung. Das Bild bleibt gespalten.

Trumps Iran-Deal treibt den Kurs

Am 11. Juni verkündete US-Präsident Trump via Social Media eine vorläufige Einigung mit dem Iran. Der Rahmen sieht einen 60-tägigen Waffenstillstand und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor. Die Meerenge steht seit dem 13. April unter Seeblockade.

Teheran relativierte die Meldung umgehend. Eine endgültige Unterzeichnung gebe es nicht. Dennoch reichte das Signal: Bitcoin stieg um 2,28 Prozent auf ein Tageshoch von 63.850 Dollar. WTI-Rohöl fiel parallel von 91 auf unter 87 Dollar je Barrel.

Kurz zuvor hatte der US-Erzeugerpreisindex für Mai die Stimmung getrübt. Er stieg um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat — Analysten hatten 0,7 Prozent erwartet. Auf Jahresbasis kletterte der PPI auf 6,5 Prozent. Bitcoin rutschte daraufhin auf 62.500 Dollar, bevor die Geopolitik das Blatt wendete.

Aktuell notiert Bitcoin bei rund 63.620 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt der Verlust bei knapp 28 Prozent, der Abstand zum Oktober-Hoch bei 126.080 Dollar beträgt fast 50 Prozent.

Institutionelle Bewegungen in beide Richtungen

Im Unternehmensbereich zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Strategy — früher MicroStrategy — kaufte zuletzt 1.550 BTC für rund 101 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von 65.332 Dollar. Der Gesamtbestand liegt nun bei 845.256 BTC, etwa vier Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots.

Andere Firmen reduzierten ihre Positionen. Nakamoto verkaufte rund 600 BTC und erzielte 48 Millionen Dollar Nettoerlös. Das Geld floss in die Tilgung von 45 Millionen Dollar Schulden bei Kraken. Fold Holdings liquidierte 633,8 BTC, um einen besicherten Kredit über 20 Millionen Dollar vollständig zurückzuzahlen.

Hinzu kommt struktureller Abfluss aus dem ETF-Markt. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten 13 Handelstage in Folge Nettomittelabflüsse — insgesamt rund 4,4 Milliarden Dollar.

Technisches Bild und nächste Wegmarken

Der Kursanstieg über 63.000 Dollar löste Liquidationen von Short-Positionen im Wert von über 260 Millionen Dollar innerhalb von 24 Stunden aus. Der Fear-and-Greed-Index steht trotzdem bei 14 — das signalisiert extreme Angst unter Privatanlegern.

Charttechnisch bildet Bitcoin ein symmetrisches Dreieck auf dem Tageschart. Der Widerstandsbereich liegt zwischen 64.500 und 65.000 Dollar. Hält sich der Kurs darüber, öffnet sich der Weg in Richtung 68.200 Dollar. Erste Unterstützung liegt bei 61.000 Dollar — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 59.228 Dollar vom 5. Juni.

Der nächste klare Impuls kommt voraussichtlich von der US-Notenbank. Die Fed tagt am 16. und 17. Juni. Kurz zuvor erhöhte die EZB ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent — die erste Anhebung seit drei Jahren. Wie die Fed darauf reagiert, dürfte die Richtung für den Rest des Monats setzen.

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