Bitcoin: Jobdaten bremsen Rally
Bitcoin fällt nach positiven Arbeitsmarktdaten unter 64.000 Dollar. Die fragile Erholung zeigt die Abhängigkeit von Konjunkturindikatoren.

- Bitcoin fällt auf 63.283 Dollar
- Arbeitsmarktdaten dämpfen Erholung
- ETF-Abflüsse belasten den Markt
- Kursziele der Analysten uneinheitlich
Eine Woche lang genügten zwei schwache Inflationsberichte, um Bitcoin aus einem 21-Monats-Tief über die 65.000-Dollar-Marke zu hieven. Am Freitagmorgen kippte die Stimmung wieder. Ausgerechnet Daten vom Arbeitsmarkt drehten den Wind — und erinnerten daran, wie fragil die Erholung bleibt.
Rally und Rückschlag in derselben Woche
Am 14. Juli fiel der Verbraucherpreisindex für Juni auf eine Jahresrate von 3,5 Prozent, deutlich unter der Erwartung von 3,8 Prozent. Es war der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Einen Tag später bestätigte der Erzeugerpreisindex den Trend. Bitcoin sprang daraufhin über 65.000 Dollar und erreichte am Tageshoch 65.518 Dollar — ein Sprung, der binnen zweier Handelssitzungen Short-Positionen im Wert von rund 230 Millionen Dollar liquidierte.
Am Freitagmorgen ist von der Euphorie wenig übrig. Bitcoin notiert bei 63.283 Dollar, ein Minus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss bei 64.104 Dollar. Auslöser war ausgerechnet der Arbeitsmarkt: Eine überraschend niedrige Zahl an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe nährte neue Zinserhöhungserwartungen. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen kletterte auf 4,58 Prozent, der Dollarindex legte um 0,3 Prozent zu — beides belastete Bitcoin und Gold gleichermaßen.
Die Erholung kam ohnehin nicht aus dem Nichts. Nur zwei Wochen zuvor war Bitcoin auf 57.950 Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit 21 Monaten, nachdem der Juni mit einem Minus von über 20 Prozent geendet hatte.
Institutionelles Bild bleibt gespalten
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im Juni Rekordabflüsse von 4,5 Milliarden Dollar, allein BlackRocks IBIT-Fonds steuerte 3,55 Milliarden Dollar davon bei. Seit Anfang Juli drehte der Trend, zuletzt flossen an einem einzelnen Tag wieder 181 Millionen Dollar in die Fonds zurück.
Parallel dazu sammelten große Wallets rund 270.000 Bitcoin im Wert von 16,7 Milliarden Dollar ein, größtenteils nahe der 59.000-Dollar-Marke. Der Vermögensverwalter Strategy verkaufte in derselben Phase 3.588 Bitcoin für rund 216 Millionen Dollar — der Markt absorbierte den Verkauf, ohne einzubrechen.
Beim Ausblick gehen die Meinungen auseinander. Citigroup senkte das Zwölf-Monats-Kursziel deutlich, von 112.000 auf 82.000 Dollar, und verwies auf die schwächere ETF-Nachfrage. CoinDCX bleibt optimistischer und sieht das kurzfristige Basisszenario bei 65.600 Dollar, mit einem bullischen Pfad Richtung 70.000 Dollar.
Der Fear-and-Greed-Index verharrt trotz der Rallye bei Werten um 25 und signalisiert weiterhin Angst — eine Divergenz, die in früheren Zyklen oft den Beginn längerer Erholungsphasen markierte. Die nächste Weichenstellung fällt am 28. Juli, wenn die US-Notenbank über die Zinsen entscheidet.
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