Bitcoin: Kiyosakis ewiger Crash
Robert Kiyosaki warnt erneut vor einem globalen Finanzkollaps. Historische Vergleiche zeigen jedoch Vorteile produktiver Anlagen gegenüber reinen Wertspeichern.

- Kiyosaki sieht globalen Crash begonnen
- Frühere Kollapsprognosen lagen zeitlich daneben
- Gold erzielte langfristig sieben bis acht Prozent
- Produktive Anlagen übertrafen reine Wertspeicher
Seit über zwei Jahrzehnten warnt Robert Kiyosaki vor dem großen Knall an den Finanzmärkten. Jetzt erklärt der „Rich Dad Poor Dad“-Autor auf der Plattform X, der von ihm seit 2002 angekündigte „Jahrhundertcrash“ habe begonnen — ausgehend von Europa und Japan, mit weltweiter Ausbreitung. Sein Rezept bleibt dabei unverändert: raus aus Papiergeld, rein in Sachwerte wie Gold, Silber, Bitcoin und Immobilien.
Kiyosakis Argumentation stützt sich auf hohe Staatsverschuldung, den KI-Hype, geopolitische Spannungen und die demografische Alterung. Besonders kritisch sieht er US-Staatsanleihen und warnt regelmäßig vor einem schleichenden Kaufkraftverlust des Dollar.
Eine Warnung mit langer Geschichte
Das Problem an Kiyosakis jüngster Botschaft: Sie ist nicht neu. Bereits 2008, 2011, 2020 und erneut zwischen 2023 und 2025 hatte er einen historischen Kollaps angekündigt. Die Finanzkrise 2008 verschaffte seinen Warnungen rückblickend zusätzliches Gewicht — konkrete Zeitpunkte lagen jedoch wiederholt daneben.
Das Muster dahinter ist bekannt: Wer lange genug vor einem Crash warnt, trifft irgendwann ins Schwarze. Zwischen einer Überbewertung von Märkten und einem tatsächlichen Einbruch können jedoch Jahre liegen — Jahre, in denen Anleger auf Rendite verzichten, wenn sie nur auf den Zusammenbruch warten.
Sachwerte gegen produktive Anlagen
Kiyosakis bevorzugtes Instrument bleibt Gold. Seit dem Ende der Dollar-Goldbindung 1971 erzielte das Edelmetall langfristig eine Rendite von rund 7 bis 8 Prozent pro Jahr — solide, aber ohne laufende Erträge. Dividendenstrategien kamen im gleichen Zeitraum häufig auf 8 bis 10 Prozent, weil Aktionäre zusätzlich von Ausschüttungen und steigenden Unternehmensgewinnen profitierten.
Gold zeigte seine Stärke vor allem in Krisenphasen — in den 1970er-Jahren während der Ölkrisen, nach der Finanzkrise 2008. In ruhigeren, wachstumsstarken Phasen wie zwischen 1980 und 2000 zogen Aktien meist deutlich davon. Selbst in jüngeren Marktturbulenzen zeigte sich zudem: Gold ist kein Alleskönner. In Phasen extremer Panik verkaufen Anleger oft quer über alle Anlageklassen, um Liquidität zu beschaffen — Bitcoin eingeschlossen.
Ein Anleger, der seit 2002 auf Kiyosakis Zusammenbruch gewartet hätte, hätte einige der stärksten Börsenjahre der Geschichte verpasst. Gold, Bitcoin und Immobilien können als Absicherungsbausteine im Depot durchaus ihren Platz haben. Für den langfristigen Vermögensaufbau erwiesen sich historisch jedoch produktive Vermögenswerte mit wachsenden Gewinnen als stärkere Treiber als reine Wertspeicher.
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