Bitcoin: Milliarden-Verfall vor der Tür
Bitcoin nähert sich 80.000 Dollar, während ein Optionsverfall über 6,44 Milliarden Dollar und nachlassende ETF-Zuflüsse bevorstehen.

- Bitcoin nähert sich der 80.000-Dollar-Schwelle
- Deribit lässt Optionen über 6,44 Milliarden Dollar auslaufen
- Calls überwiegen gegenüber den Puts
- ETF-Zuflüsse steigen, verlieren aber Tempo
Bitcoin klopft an die 80.000-Dollar-Marke – und ausgerechnet jetzt steht der Kryptomarkt vor einem der größten Optionsverfalle des Jahres. Am Freitag laufen an der Börse Deribit Kontrakte im Wert von 6,44 Milliarden Dollar aus. Das dürfte für zusätzliche Bewegung sorgen, in einem Markt, der ohnehin schon nervös zwischen Euphorie und Erschöpfung pendelt.
Aktuell notiert Bitcoin um die 79.500 Dollar, nach einem kurzzeitigen Ausflug über 80.000 Dollar. Auf Wochensicht bleibt ein Plus von rund 13 Prozent stehen – die Rallye der vergangenen Tage hat den Kurs von knapp 62.000 Dollar aus deutlich nach oben katapultiert.
Ausgelöst wurde die Bewegung durch die Ankündigung des US-Finanzministeriums, sein Anleihe-Rückkaufprogramm auszuweiten, verstärkt durch eine der größten Short-Liquidationswellen seit 2019 am 19. August.
Die 80.000-Dollar-Zone wird zum Nadelöhr
Bei den auslaufenden Optionen dominieren mit 44.639 Kontrakten die Calls gegenüber 37.061 Puts – die Positionierung ist bullisch geprägt. Besonders viel offenes Interesse liegt bei den Marken 75.000 und 80.000 Dollar.
Steigt der Kurs weiter, müssen Market Maker ihre Absicherungen anpassen, was zusätzliche Kauforders auslösen kann. Der Volatilitätsindex DVOL ist binnen einer Woche um 30 Prozent gestiegen – ein Hinweis darauf, dass der Markt selbst mit größeren Ausschlägen rechnet.
Charttechnisch bleibt die Zone zwischen 80.000 und 82.000 Dollar der entscheidende Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch würde den Weg Richtung 95.000 Dollar öffnen. Auf der Unterseite gilt der Bereich zwischen 72.000 und 74.000 Dollar als Absicherung – rutscht Bitcoin darunter, rückt die Marke von 64.000 Dollar wieder in den Blick.
ETF-Gelder fließen, aber die Dynamik lässt nach
Parallel zur Optionsstory läuft eine bemerkenswerte Serie bei US-Spot-Bitcoin-ETFs: Acht Handelstage in Folge flossen netto 2,8 Milliarden Dollar hinein, rund 72 Prozent davon allein in BlackRocks IBIT-Fonds. Grayscales GBTC verlor im gleichen Zeitraum dagegen Geld. Über die gesamte ETF-Historie hinweg stehen die Zuflüsse bei 54,7 Milliarden Dollar netto.
Die tägliche Wachstumsrate der Zuflüsse schwächt sich allerdings ab: Nach einem Spitzenwert von über 600 Millionen Dollar am 20. August kamen seither keine 340 Millionen Dollar mehr pro Tag hinzu. Neues Kapital fließt zwar weiter, aber mit sinkendem Tempo – ein Muster, das zu einem Markt passt, der über die 80.000-Dollar-Marke hinausgelaufen ist und dort auf Gewinnmitnahmen trifft.
Die On-Chain-Daten stützen das Bild einer soliden, aber nicht euphorischen Erholung. Der aSOPR-Indikator, der anzeigt, ob Coins überwiegend mit Gewinn bewegt werden, liegt inzwischen wieder über der neutralen Marke von 1. Analysten von Glassnode sehen zwischen 81.000 und 86.000 Dollar eine dichte Angebotszone, in der langfristige Halter nahe ihrem Einstandskurs sitzen und die Bereitschaft zum Verkauf steigt.
Der Freitag mit seinem milliardenschweren Optionsverfall dürfte zeigen, ob der Markt genug Kraft hat, die 80.000-Dollar-Zone endgültig hinter sich zu lassen. Hält Bitcoin sich oberhalb von 72.000 Dollar, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt – ein Rutsch unter diese Marke würde dagegen die jüngste Erholung infrage stellen.
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