Bitcoin: MSCI-Regel setzt Treasury-Firmen unter Druck

Der Indexanbieter hat neue Ausschlusskriterien beschlossen; die Liste möglicher Betroffener soll am 11. November erscheinen.

Die Kernpunkte:
  • Neue MSCI-Kriterien für passive Anlagefirmen
  • Bestehende Mitglieder brauchen zwei Fehlperioden
  • Metaplanet verkaufte 10.000 Bitcoin, kaufte 11.000 zurück
  • Bitcoin notierte bei rund 81.500 Dollar

Während Bitcoin selbst um die Marke von 80.000 Dollar pendelt, braut sich an anderer Stelle Ärger zusammen: Der Indexanbieter MSCI hat eine Regeländerung finalisiert, die Unternehmen mit reinem Bitcoin-Bestand aus seinen Leitindizes drängen könnte. Betroffen wäre auch Strategy, der größte Corporate-Holder der Kryptowährung.

MSCI schließt „Non-Operating Companies“ aus

Die Regel gilt ab dem Handelsschluss am 30. November im Zuge der November-Indexüberprüfung. MSCI will Firmen ausschließen, die keine substanziellen operativen Vermögenswerte besitzen und eher wie passive Anlagevehikel agieren. Wer einen ersten Filter nicht besteht, durchläuft einen Test mit fünf Finanzkennzahlen. Fällt ein Unternehmen bei vier oder mehr durch, gilt es als nicht zulässig.

Für bestehende Indexmitglieder gibt es Puffer: Sie fliegen nur raus, wenn sie in den zwei jüngsten Berichtszeiträumen durchfallen. Neue Kandidaten scheitern schon bei einem Fehlschlag. Die Liste der betroffenen Unternehmen will MSCI am 11. November veröffentlichen.

Zugleich endet eine Übergangslösung. Im vergangenen Jahr hatte MSCI Anpassungen für Firmen eingefroren, deren Krypto-Bestände mindestens die Hälfte der Bilanzsumme ausmachen. Diese Schonfrist entfällt.

Passive Nachfrage wackelt

Ein Rauswurf würde Indexfonds zum Verkauf der Aktien zwingen. Das könnte die Kurse belasten und den Aufschlag schmälern, den solche Firmen gegenüber dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände bislang erzielen. Strategy-Gründer Michael Saylor hatte die Regel als „diskriminierend“ kritisiert.

Die Branche reagiert bereits. Metaplanet verkaufte zuletzt 10.000 Bitcoin und kaufte 11.000 zurück, um aktives Treasury-Management zu demonstrieren. Strategy kauft derweil unbeirrt weiter zu.

Bitcoin hält die 80.000er-Marke

Der Kurs selbst zeigt sich robust, aber nicht stark. Bitcoin notierte am Samstagmorgen bei rund 81.500 Dollar, ein Minus von knapp 0,7 Prozent. Im Wochenverlauf fiel der Kurs kurz unter 80.000 Dollar, bevor er sich erholte. Das Wochenhoch lag über 84.000 Dollar. Belastet haben starke US-Konjunkturdaten und die Erwartung weiterer Zinsanhebungen der Fed.

Die ETF-Flüsse zeichnen ein uneinheitliches Bild. Am Donnerstag flossen netto gut 82 Millionen Dollar aus den US-Spot-Fonds ab, den Großteil verantwortete BlackRocks IBIT. Zu Wochenbeginn standen Abflüsse von 65 Millionen Dollar, dann Zuflüsse von knapp 176 Millionen Dollar und anschließend wieder rund 261 Millionen Dollar Abflüsse.

Händler achten nun darauf, ob frische ETF-Zuflüsse eine Erholung Richtung 83.000 Dollar tragen. Weitere Abflüsse würden die 80.000-Dollar-Marke erneut testen. Den nächsten klaren Termin liefert MSCI am 11. November mit der Liste der betroffenen Unternehmen.

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