Bitcoin: Pekings Blockchain ohne Krypto

Pekings Wirtschaftsplan fördert kontrollierte digitale Infrastruktur; das Krypto-Verbot bleibt bestehen, während Abu Dhabi regulierte Zugänge ausbaut.

Die Kernpunkte:
  • Chinas Wirtschaftsplan umfasst 19 Maßnahmen
  • Bitcoin fehlt in Pekings Vorhaben
  • Krypto-Verbot im Februar erneut bestätigt
  • 3iQ erhielt Lizenz-Grundsatzzusage in Abu Dhabi

Chinas neuer Wirtschaftsplan klingt nach Rückenwind für die Branche. Für Bitcoin bringt er jedoch keinen Vorteil. Peking baut auf eine staatlich kontrollierte Infrastruktur, nicht auf offene Kryptowährungen.

Der Plan: Daten statt Dezentralität

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei und der Staatsrat haben am 9. Oktober einen Wirtschaftsplan mit 19 Maßnahmen vorgelegt. Er soll traditionelle Industrien enger mit digitalen Technologien verzahnen.

Unter dem Namen „East Data, West Computing“ sollen Daten aus den wirtschaftsstarken Regionen im Osten in Rechenzentren im Westen verarbeitet werden. Geplant sind außerdem Regeln für Eigentum, Handel und Gewinnverteilung bei digitalen Daten.

Das nationale Blockchain-Netzwerk dürfte, wie andere chinesische Projekte, auf zugelassenen Teilnehmern und staatlicher Kontrolle beruhen. Bitcoin funktioniert offen, dezentral und ohne Genehmigung. Genau das passt nicht zu Pekings Finanzpolitik. Im Plan kommt Bitcoin nicht vor, stattdessen warnen die Behörden vor Spekulation und virtuellen Geschäftsmodellen zulasten der Realwirtschaft.

Verbot bleibt, digitaler Yuan rückt vor

Schon das seit 2020 betriebene Blockchain-based Service Network erlaubt nach Einschätzung eines Stanford-Projekts keine unabhängigen Kryptowährungen. Ob das neue Netzwerk darauf aufbaut oder separat entsteht, ist offen. Eine Verbindung zum Bitcoin-Netzwerk lässt sich nicht ableiten.

Am Kurs ändert sich damit nichts. Die chinesische Zentralbank und sieben weitere Behörden haben das Verbot von Krypto-Geschäften im Februar erneut bestätigt. Auch nicht genehmigte Yuan-Stablecoins und bestimmte Formen der Tokenisierung realer Vermögenswerte stehen im Fokus. Peking setzt auf den digitalen Yuan, den es weiterentwickeln und stärker ins Finanzsystem integrieren will.

Institutionelle Infrastruktur wächst woanders

Ein Kontrast zeigt sich im Nahen Osten. Der Krypto-Vermögensverwalter 3iQ hat für seine Tochter 3iQ Middle East eine Grundsatzzusage für eine Category-4-Lizenz der Finanzaufsicht des Abu Dhabi Global Market erhalten. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben die ersten Bitcoin- und Ethereum-ETFs an einer großen Börse auflegte, will in allen wichtigen Krypto-Zentren reguliert vertreten sein. Das Lizenzverfahren läuft allerdings noch.

Die Lage bleibt damit zweigeteilt. China setzt auf kontrollierte Blockchain und das Krypto-Verbot, während Abu Dhabi regulierte Zugänge für institutionelles Kapital schafft. Für Bitcoin entsteht aus Peking weder Rückenwind noch neuer Gegenwind: Die Linie aus dem Februar gilt unverändert.

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