Bitcoin: Quantenrisiko trifft Erholung

Bitcoin notiert nach dem Rückgang wieder höher; Quantencomputer bleiben ein Vorsorgethema, während KI als möglicher Markttreiber gilt.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin steigt auf rund 82.800 Dollar
  • Kryptomarkt gewinnt gut zwei Prozent
  • BIP-360 soll Schlüssel besser abschirmen
  • Eric Trump sieht KI als Wachstumstreiber

Bitcoin erholt sich von einer schwachen Woche, doch im Hintergrund liegen zwei Themen, die den Markt länger beschäftigen dürften: ein möglicher Rückenwind durch den KI-Boom und die Frage, wie nah Quantencomputer der Kryptografie des Netzwerks kommen.

Erholung mit Vorbehalt

Bitcoin notierte am Freitag bei rund 82.800 Dollar, nachdem der Kurs am Donnerstag auf 80.427 Dollar gefallen war, den tiefsten Stand seit Anfang September. Die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowerte stieg um gut zwei Prozent auf 2,89 Billionen Dollar. Eine Woche zuvor lag sie noch über drei Billionen.

Die Stimmung kühlte ab. Der Fear & Greed Index fiel von 71 auf 56 und steht damit im neutralen Bereich. Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Abflüsse von rund 485 Millionen Dollar, den höchsten Wert seit Ende Juni, am Donnerstag folgten weitere 244 Millionen.

Auf dem Prognosemarkt Myriad sehen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent, dass Bitcoin im Oktober zumindest zeitweise auf 80.000 Dollar oder tiefer fällt. Charttechnisch gilt die Zone um 83.000 Dollar als erste Hürde, dort treffen laut Bitwise Europe die durchschnittlichen ETF-Einstandskosten auf ein früheres Hoch.

Gelingt der Rückeroberung, rückt die Marke von 84.433 Dollar in den Blick. Das Septemberhoch bei 87.354 Dollar bleibt die Decke, über der die Bullen einen Tagesschlusskurs brauchen.

Quantencomputer: Hürden sinken

Die Debatte um Quantenrisiken hat neue Nahrung. Google Quantum AI legte Ende März Berechnungen vor, wonach ein Angriff auf die elliptische Kryptografie mit weniger als 500.000 physischen Qubits möglich wäre, etwa 20-mal weniger als zuvor angenommen. Sobald ein öffentlicher Schlüssel bekannt ist, bräuchte die Restrechnung rund neun Minuten, bei einer durchschnittlichen Blockzeit von zehn Minuten.

Akut sei Bitcoin dadurch nicht in Gefahr, argumentiert das Bitcoin Policy Institute. Die leistungsfähigsten Maschinen besitzen nur wenige tausend Qubits, Googles Chip Willow kommt auf 105.

Als wichtigster Vorsorgevorschlag gilt BIP-360 mit einem neuen Adresstyp, der den Schlüssel auch beim Ausgeben verborgen hält. Ein Testnetz läuft seit März. Das Problem liegt weniger in der Technik als in der Abstimmung: Ein dezentrales Netzwerk kann Updates nicht anordnen.

StarkWare bestätigte im August die erste quantensichere Transaktion im Hauptnetz. Sie kostete rund 320 Dollar, ein offener Wettbewerb drückte die Schätzung inzwischen auf etwa 67 Dollar. Geschützt sind nur Coins, deren öffentlicher Schlüssel noch nicht offenliegt.

Quantenforscher Stefano Gogioso nennt das Vertrauen als größte Schwachstelle. Würde eine Coin aus der Frühzeit bewegt, könnte Panik ausbrechen, selbst wenn drei Viertel der Coins geschützt wären.

KI als möglicher Treiber

Rückenwind könnte aus einer anderen Richtung kommen. Eric Trump nannte auf der Konferenz Token2049 in Singapur den KI-Handel den „mit Abstand schnellsten Wachstumstreiber für digitale Vermögenswerte“. Zuletzt hatte der KI-Boom Krypto noch Anlegerkapital abgezogen.

Kurzfristig entscheidet sich der Kurs an den 83.000 Dollar. Fällt Bitcoin darunter zurück, rückt die Zone um 80.000 Dollar wieder in den Fokus.

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