Bitcoin: Rally mit Fragezeichen

Bitcoins Kurserholung wird von einem technischen Short Squeeze getrieben, während US-ETF-Zuflüsse nach Wochen der Abflüsse wieder positiv ausfallen. Die Nachhaltigkeit der Rallye bleibt fraglich.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung durch technischen Short Squeeze
  • Erste positive ETF-Zuflüsse seit fünf Wochen
  • Widerstandszone bei 70.000 bis 72.000 Dollar
  • Großer Optionsverfall erhöht Volatilitätsrisiko

Bitcoin hat zur Wochenmitte überraschend kräftig zurückgedreht – und damit dem gesamten Kryptomarkt kurz Luft verschafft. Doch ausgerechnet der Grund für die Erholung macht viele Beobachter vorsichtig: Es gab keinen klaren Auslöser aus den Fundamentaldaten. War das schon die Wende – oder nur ein technisch getriebener Rückprall?

Short Squeeze statt News

Laut Berichten wurde die Bewegung vor allem durch einen Short Squeeze befeuert: Viele Marktteilnehmer waren zuvor auf fallende Kurse positioniert – und mussten bei der plötzlichen Gegenbewegung eindecken. Das kann Kursanstiege beschleunigen, gerade wenn die Liquidität dünn ist.

Der Marktstratege Joel Kruger (LMAX Group) erklärte die Rally mit einer extrem bärischen Positionierung. Genau das habe Bitcoin anfällig für schnelle Squeeze-Bewegungen gemacht. Gleichzeitig warnte er: Die abrupte Erholung und das Fehlen eines klaren Triggers sprechen eher dafür, den Anstieg nicht vorschnell als nachhaltiges Signal zu lesen.

Spannend ist auch, was am Derivatemarkt passiert: Bei FalconX heißt es, einzelne Fonds würden der Bewegung hinterherlaufen, in volatilere Altcoins rotieren und Optionen nutzen, um mögliche Gewinne zu hebeln.

ETF-Geld dreht wieder ins Plus

Parallel zur Kurserholung gab es ein Signal, das viele Investoren ernster nehmen dürften: US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 24. Februar netto 257,7 Mio. US-Dollar Zuflüsse (Farside Investors). Damit endete eine Serie von fünf Wochen mit Abflüssen von insgesamt rund 3,8 Mrd. US-Dollar.

Die größten Tageszuflüsse entfielen dabei auf Fidelity (Wise Origin) mit etwa 83 Mio. US-Dollar, gefolgt von BlackRock (iShares Bitcoin Trust) mit rund 79 Mio. und ARK 21Shares mit 71 Mio. US-Dollar. In Summe liegen die kumulierten Nettozuflüsse der US-Spot-ETFs laut Farside weiter über 54 Mrd. US-Dollar – weniger als am Peak im Oktober 2025, aber weiterhin ein stabiler Sockel.

Gleichzeitig zeigt der breitere Trend, wie hart die Phase bislang war: Das gesamte ETF-verwaltete Vermögen in US-Spot-Bitcoin-ETFs ist laut Invezz seit Jahresstart um rund 30,5% gefallen – von etwa 117 Mrd. auf 81,3 Mrd. US-Dollar.

Widerstand und Options-Verfall als nächste Hürden

Der Hintergrund bleibt rau: Bitcoin kam zuletzt von deutlich höheren Niveaus und der Februar gilt in mehreren Berichten als einer der schwächsten Monate seit Jahren. Am Dienstag hatte der Kurs im Zuge von Zollspannungen und geopolitischen Risiken erneut nachgegeben, begleitet von extremen Angstwerten in Stimmungsindikatoren.

Kurzfristig wird nun vor allem auf zwei Punkte geschaut:

  • Technische Zone 70.000–72.000 US-Dollar: In diesem Bereich seien Erholungen zuletzt wiederholt ins Stocken geraten.
  • Großer Options-Verfall am Freitag: Laut Wintermute stehen rund 115.000 BTC-Optionen (7,49 Mrd. US-Dollar) zum Monatsende zur Abrechnung an. Der „Max-Pain“-Bereich liege um 75.000 US-Dollar – ein Niveau, das in Richtung Verfall wie ein Preis-Magnet wirken kann, aber auch zusätzliche Volatilität bringt.

Aktuell notiert Bitcoin bei 68.270 US-Dollar und damit klar unter wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis, dass der Markt trotz Erholung noch nicht „entspannt“ ist.

Am Ende läuft vieles auf eine praktische Bewährungsprobe hinaus: Gelingt in den nächsten Sitzungen ein stabiler Vorstoß über 70.000–72.000 US-Dollar, würde das der Erholung mehr Substanz geben – scheitert Bitcoin erneut an dieser Zone, könnte der jüngste Sprung vor allem als Short-Squeeze-Episode in einer laufenden Korrektur in Erinnerung bleiben.

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