Bitcoin: Rekordwoche, Berliner Bremse

US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten 2,4 Milliarden Dollar Zuflüsse, während Unionspolitiker gegen das Ende der steuerfreien Einjahresfrist opponieren.

Die Kernpunkte:
  • ETFs sammelten 2,4 Milliarden Dollar ein
  • BlackRock führte mit 1,2 Milliarden Dollar
  • Bitcoin notierte zwischen 82.650 und 84.109 Dollar
  • Unionspolitiker stellen sich gegen Steuerpläne

Kaum eine Woche zeigt so deutlich, wie zwei Kräfte an Bitcoin ziehen: institutionelles Kapital drückt rein, während in Berlin über die Zukunft der Steuerfreiheit gestritten wird. Am Montagmorgen konsolidiert die Kryptowährung bei knapp 83.000 Dollar — nach der stärksten ETF-Zuflusswoche des Jahres 2026.

Die stärkste ETF-Woche seit Monaten

Zwischen dem 21. und 25. September flossen rund 2,4 Milliarden Dollar netto in US-Spot-Bitcoin-ETFs — mehr als in jeder anderen Woche des Jahres. BlackRocks IBIT-Fonds führte mit Zuflüssen von 1,2 Milliarden Dollar, Fidelitys FBTC folgte mit rund 702 Millionen Dollar. Sieben Handelstage in Folge verzeichneten die zwölf Spot-ETFs positive Nettozuflüsse.

Die Dimension wird erst im Jahresvergleich greifbar: Mitte Juli lag die Jahresbilanz der ETFs noch mit rund 5,8 Milliarden Dollar im Minus. Jetzt steht ein Plus von 934 Millionen Dollar zu Buche — eine Trendwende, die das verwaltete Gesamtvermögen der Fonds auf 108,4 Milliarden Dollar hievte.

Auffällig ist allerdings, wohin ein Teil des frischen Kapitals tatsächlich fließt. Ethereum und Solana profitierten zuletzt überproportional von der institutionellen Nachfrage, Solana-ETFs zogen an einem einzelnen Tag 188 Millionen Dollar an. Das nährt Zweifel, ob Bitcoin die alleinige Führungsrolle im Sektor behält oder ob sich die Kapitalflüsse zunehmend breiter verteilen.

Charttechnisch wackelt die Marke bei 84.000 Dollar

Nach einem Hoch von rund 87.363 Dollar rutschte der Kurs zurück und verlor kurzfristige Unterstützungen. Aktuell bewegt sich Bitcoin in einer Zone zwischen 82.650 und 84.109 Dollar, die Händler als unentschieden einstufen. Fällt der Kurs unter die Marke von rund 81.700 Dollar, rückt eine tiefere Korrektur in Richtung 78.500 Dollar in den Blick. Ein Schlusskurs oberhalb von 84.100 Dollar würde dagegen die laufende Korrektur infrage stellen.

Berliner Steuerpläne stoßen auf Widerstand

Parallel zum Marktgeschehen bahnt sich in Deutschland ein politischer Konflikt an. Der Referentenentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, der die steuerfreie Einjahresfrist für Bitcoin abschaffen soll, trifft bei CDU/CSU-Finanzpolitikern auf unerwartet scharfen Widerstand.

Abgeordnete wie Olav Gutting und Fritz Güntzler positionieren sich offen gegen die Pläne, zusätzlich drohen unionsgeführte Bundesländer mit einer Blockade im Bundesrat, wo das Gesetz zustimmungspflichtig wäre.

Für die geschätzt neun Millionen Krypto-Halter in Deutschland steht damit ein Kernprivileg auf dem Spiel: die steuerfreie Veräußerung nach zwölf Monaten Haltedauer. Angesichts schwacher Umfragewerte der Regierungskoalition dürfte die Sorge wachsen, Krypto-Anleger als Wählergruppe zu verlieren — ein Motiv, das den politischen Widerstand zusätzlich befeuert.

Der nächste marktrelevante Impuls dürfte ohnehin nicht aus Berlin kommen, sondern aus den USA: Die Oktober-Inflationsdaten liefern den ersten Test nach der Fed-Zinserhöhung vom 16. September, bevor das Dezember-FOMC über einen möglichen zweiten Zinsschritt entscheidet.

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