Bitcoin: Schwaches Quartal, starker Gegenwind
Bitcoin verliert im zweiten Quartal 2025 rund elf Prozent. Anhaltende ETF-Abflüsse und Zinssorgen belasten die Kryptowährung zusätzlich.

- Quartalsminus von elf Prozent
- Acht Wochen ETF-Abflüsse in Folge
- Hawkisher Zinstrend der US-Notenbank
- Kurs nahe 20-Monats-Tief
Ein schwieriges zweites Quartal liegt hinter Bitcoin. Mit einem Minus von rund 11 Prozent zwischen März und Ende Juni zählte die größte Kryptowährung zwar noch zu den widerstandsfähigsten Werten im Marktvergleich — die meisten Altcoins verloren deutlich mehr. Trotzdem lastet eine Kombination aus makroökonomischem Druck und institutionellem Rückzug spürbar auf dem Kurs.
Acht Wochen Abflüsse in Folge
Der wohl auffälligste Stressfaktor kommt aus dem ETF-Markt. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten acht Wochen in Folge Kapitalabflüsse — allein im Juni summierten sich die Verluste auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Seit Ende April flossen insgesamt etwa 6,7 Milliarden Dollar aus diesen Produkten ab. BlackRocks IBIT meldete dabei den schwersten Wochenabfluss seiner Geschichte.
Die Ursache liegt nur zum Teil im Krypto-Markt selbst. Die US-Notenbank schlug auf ihrer Juni-Sitzung einen hawkishen Ton an und schürte Erwartungen auf mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten von nicht-verzinsten Anlagen wie Bitcoin — institutionelle Investoren reagierten entsprechend.
Dollar und Edelmetalle als Verstärker
Vom Devisenmarkt kam zusätzlicher Druck. Der japanische Yen fiel auf ein Vierzig-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar, was den Dollar-Index stützte und Bitcoin als alternative Wertaufbewahrung belastete. Parallel dazu verkauften Anleger Gold und Silber — beides Assets, die zuletzt ähnlich wie Bitcoin als Absicherung gegen Dollarschwäche gehandelt wurden. Diese Korrelation wirkte in den vergangenen Wochen in die entgegengesetzte Richtung und verstärkte den Abwärtsdruck.
Ende Juni pendelte Bitcoin knapp um die Marke von 60.000 Dollar — ein Niveau, das einem 20-Monats-Tief entspricht und im Jahresvergleich rund 44 Prozent unter dem Kurs von Mitte 2025 liegt.
Politischer Rückenwind fehlt noch
Hinzu kommt regulatorische Unsicherheit im US-Markt. Der sogenannte CLARITY Act, ein Gesetz zur klareren Regulierung von Kryptowährungen, zeigt bisher keine konkreten Fortschritte — ein Faktor, der institutionelle Investoren zurückhaltend stimmt. Interessant dabei: Die Krypto-Branche hat in diesem Wahljahr bereits rund 189 Millionen Dollar in politische Einflussnahme gesteckt, mehr als in jedem vorherigen Zyklus. Ob dieser Einsatz Früchte trägt, entscheidet sich im weiteren Jahresverlauf.
Für die unmittelbar nächsten Tage dürfte der US-Arbeitsmarktbericht vom 2. Juli 2026 eine erste Richtungsentscheidung liefern. Starke Beschäftigungsdaten würden die Zinserhöhungserwartungen weiter befeuern — für Bitcoin wäre das kein gutes Signal.
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