Bitcoin: Schweiz öffnet Privatanlegern die Tür

Der neue Schweizer Fonds investiert direkt in Bitcoin; zugleich verlängert Mt. Gox die Rückzahlungsfrist bis Oktober 2027.

Die Kernpunkte:
  • FINMA lässt direkten Bitcoin-Fonds zu
  • ETF fällt unter Schweizer Fondsrecht
  • Mt. Gox verschiebt Gläubigerfrist erneut
  • Blockchain.com startet Krypto-Optionen

Die Schweiz erlaubt erstmals einen Spot-Bitcoin-ETF für Privatanleger. Die Finanzmarktaufsicht FINMA hat das Produkt genehmigt, das direkt in die Kryptowährung investiert und unter das Schweizer Fondsrecht fällt. Welcher Anbieter dahintersteht, blieb zunächst offen.

Ausnahme von der Diversifikationspflicht

Der Fonds gehört zur Kategorie „andere Fonds für alternative Anlagen“ mit besonderem Risiko. Normalerweise müssen Fonds ihre Anlagen streuen. Bei Bitcoin macht die FINMA eine Ausnahme und begründet das mit der längeren Handelshistorie und den deutlich höheren Handelsvolumen im Vergleich zu den meisten anderen Kryptowährungen.

Neu ist die Rechtsform, nicht der Zugang an sich. An der SIX Swiss Exchange sind Bitcoin-Produkte seit Jahren gelistet. Es handelt sich dabei jedoch um Schuldverschreibungen, nicht um Fonds. Der neue ETF unterliegt dagegen Regeln zu Verwahrung, operativen Risiken und Anlegerinformation. Weitere Anbieter haben nach Angaben der Behörde ebenfalls Anträge eingereicht oder angekündigt.

Die FINMA betont zugleich, dass die Genehmigung nichts an den Risiken ändert. Bitcoin bleibe hochvolatil, Anleger könnten einen erheblichen Teil ihres Geldes verlieren.

Mt. Gox schiebt Frist erneut

Ein altes Thema meldet sich zurück. Der Treuhänder der insolventen Börse Mt. Gox hat die Rückzahlungsfrist zum vierten Mal um ein Jahr verlängert, nun bis zum 31. Oktober 2027. Viele Gläubiger haben die nötigen Verfahrensschritte nicht abgeschlossen, bei einer erheblichen Zahl gab es Probleme im Prozess.

Mit Wallets der Börse sind noch rund 34.400 Bitcoin verbunden, ein Wert von etwa 2,8 Milliarden Dollar. Seit Juni gab es keine Transfers aus dem Bestand. Damals wurden gut 10.400 Bitcoin umgeschichtet, ohne dass Verkäufe oder neue Auszahlungen sichtbar wurden.

Der Markt reagiert gelassen. Im Juni 2024 fiel Bitcoin bei Beginn der Auszahlungen noch bis auf 61.060 Dollar, als die Wallets rund 141.700 Bitcoin hielten. Spätere Verschiebungen lösten kaum Reaktionen aus. Beobachter sehen den Restbestand im Verhältnis zur heutigen Liquidität als geringes Risiko, eher als wiederkehrende Schlagzeile denn als echten Verkaufsdruck.

Mehr Werkzeuge für Händler

Auch am Derivatemarkt tut sich etwas. Blockchain.com startet Optionshandel für berechtigte Nutzer. Angeboten werden Calls und Puts auf Bitcoin und weitere Kryptowährungen mit Laufzeiten von bis zu einer Woche. Die Einzahlung in USDC entspricht dem maximalen Verlust, eine Nachschusspflicht gibt es nicht.

Für Bitcoin bedeutet das vor allem breiteren Zugang für Privatanleger, sowohl über regulierte Fonds in der Schweiz als auch über einfache Optionsprodukte in Apps. Wer der erste Schweizer Spot-ETF-Emittent ist und wann die Konkurrenzprodukte genehmigt werden, dürfte sich in den kommenden Wochen klären.

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