Bitcoin: Seitwärts am Range-Boden

Die Kryptowährung bewegt sich am unteren Ende ihrer Monatsspanne; wöchentliche ETF-Zuflüsse gleichen die Oktoberverluste nicht aus.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin notiert nahe 80.200 Dollar
  • Monatliche Handelsspanne: 80.000 bis 87.000 Dollar
  • US-Spot-ETFs mit Wochenplus, Oktoberminus
  • Coinbase skizziert Schutzoptionen gegen Quantencomputer

Bitcoin tritt auf der Stelle. Nach einem schwachen Wochenende notiert die Kryptowährung am Montagmorgen bei rund 80.200 Dollar, ein Minus von 0,4 Prozent. Öl und Zinsen halten Anleger zurück.

Öl und Notenbanken dämpfen die Stimmung

Am Wochenende gab Bitcoin etwa 2.000 Dollar ab. Belastend wirken die anhaltende Schwäche der globalen Technologiewerte und die Sorge vor hartnäckiger Inflation. Der Ölpreis fiel zwar vom Sechsmonatshoch, liegt aber weiter nahe der Jahresspitzen.

Hinzu kommt die Notenbankwoche. Fed, EZB und Bank of Japan sollen die Zinsen laut Erwartung unverändert lassen. Allerdings rechnen Marktteilnehmer mit einem restriktiven Ausblick, der weitere Erhöhungen später im Jahr offenlässt. Für spekulative Anlagen wie Krypto ist das ein ungünstiges Umfeld.

Bitcoin bewegt sich damit am unteren Rand einer Spanne zwischen 80.000 und 87.000 Dollar, die sich seit etwa einem Monat gebildet hat. Der saisonal oft starke Oktober („Uptober“) blieb im zweiten Jahr in Folge aus. Ether gab zuletzt 0,9 Prozent nach und liegt bei rund 2.320 Dollar.

ETFs mit gemischter Bilanz

Auch die Fondsflüsse zeichnen ein zwiespältiges Bild. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Freitag Abflüsse von 137,9 Millionen Dollar, den zweiten Tag in Folge. Am Donnerstag waren es 635,6 Millionen Dollar, der größte Abfluss des Monats. Über die Woche blieb dennoch ein Plus von rund 301 Millionen Dollar, womit eine zweiwöchige Verlustserie endete.

Im Oktober stehen die Fonds weiter etwa 314 Millionen Dollar im Minus. Die Stimmung an Prognosemärkten kippt ebenfalls: Die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls auf 77.500 Dollar vor Monatsende stieg dort auf 43 Prozent. Ein Ausbruch über 87.500 Dollar gilt nur noch als 10-Prozent-Szenario.

Quantenrisiko als Langfristthema

Abseits des Tagesgeschehens beschäftigt Anleger ein technisches Thema. Coinbase hat Mitte Oktober Anforderungen skizziert, wie Bitcoin gegen künftige Quantencomputer gewappnet werden könnte. Genannt werden flexible Ausgabetypen wie P2MR (BIP-360) sowie mehrere Post-Quanten-Signaturverfahren. Eine Frist, einen Algorithmus oder ein Aktivierungsdatum gibt es nicht.

Akut ist die Gefahr nicht. Ein Rechner, der die Bitcoin-Kryptografie knacken kann, existiert nach aktuellem Wissen nicht. Offen bleibt der Umgang mit ruhenden und verlorenen Coins. Rund 6,9 Millionen Bitcoin liegen laut Coinbase-Gremium in Adressen mit ungeschützten öffentlichen Schlüsseln.

Kurzfristig entscheidet die Notenbankwoche. Hält Bitcoin die Marke von 80.000 Dollar, bleibt die Spanne intakt. Ein Bruch würde den Weg Richtung 77.500 Dollar öffnen, die Marke, die Prognosemarkt-Teilnehmer bereits einpreisen.

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