Bitcoin: Selbst Überzeugungstäter kapitulieren
Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit Februar. Selbst langjährige Halter verkaufen, während ETF-Abflüsse und Zwangsliquidationen den Druck erhöhen.

- Bitcoin erreicht tiefsten Stand seit Februar
- Selbst Überzeugungstäter stoßen ihre Coins ab
- Rekordabflüsse bei Bitcoin-Spot-ETFs
- HYPE-Token trotzt dem Abwärtstrend
Der Krypto-Markt erlebt einen der schwierigsten Handelstage des Jahres. Bitcoin fiel heute auf ein Viermonatstief von rund 61.300 Dollar — das tiefste Niveau seit Februar. Eine Erholung auf etwa 63.500 Dollar folgte, doch die Stimmung bleibt angespannt.
Kapitulation der letzten Käufer
Was den aktuellen Rückgang von ähnlichen Schwächephasen unterscheidet: Inzwischen verkaufen auch jene Anleger, die bislang als unerschütterliche Halter galten. Marktbeobachter werten das als typisches Muster einer Spätphase eines Bärenmarktes — was paradoxerweise auch als Zeichen für eine mögliche Bodenbildung gelten kann.
Der Fear & Greed Index fiel in den Bereich „extreme Angst“ mit einem Wert von 19. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag er noch bei 32. Das spiegelt, wie rasant die Stimmung gekippt ist.
Mehrere Druckventile gleichzeitig
Hinter dem Ausverkauf stecken mehrere Faktoren. Erstens: US-gelistete Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse von rund 397 Millionen Dollar — allein der iShares Bitcoin Trust ETF stand für 342 Millionen davon. Zweitens: Zwangsliquidationen von gehebelten Long-Positionen heizten den Abwärtsdruck zusätzlich an. Innerhalb von 24 Stunden wurden Long-Positionen im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Dollar zwangsgeschlossen.
Ein weiterer Belastungsfaktor kam aus dem Tech-Sektor. Enttäuschende Prognosen des Chipherstellers Broadcom lösten Bedenken über die KI-Wirtschaft aus — Sorgen, die sich rasch auf digitale Assets übertrugen, besonders auf KI-nahe Kryptowährungen.
Die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarkts sank in 24 Stunden um knapp vier Prozent auf rund 2,2 Billionen Dollar. KI-verknüpfte Token verloren dabei überproportional — mehr als zehn Prozent innerhalb eines Tages.
Ein Ausreißer gegen den Trend
Inmitten der breiten Schwäche fällt ein Token auf: HYPE, der native Token der Handelsplattform Hyperliquid, legte massiv gegen den Markttrend zu und markierte ein neues Rekordhoch. Das zeigt, dass selektive Liquidität im Markt durchaus noch vorhanden ist — sie konzentriert sich allerdings auf sehr wenige Namen.
Für Bitcoin selbst rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar in den Fokus. Hält sie nicht, dürfte der Verkaufsdruck weiter zunehmen — zumal die ETF-Abflüsse bislang keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigen.
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