Bitcoin: Spannende Gemengelage

Bitcoin startet mit widersprüchlichen Signalen ins neue Jahr: Optionsmarkt und technische Widerstände drücken den Kurs, während institutionelle Käufer wie Tether massiv zuschlagen und die ETF-Zuflüsse wieder anziehen.

Die Kernpunkte:
  • Optionsauslauf und technische Widerstände bremsen Kurs
  • Tether kauft Bitcoin im Wert von 779 Mio. Dollar
  • US-Bitcoin-ETFs verzeichnen wieder Nettozuflüsse
  • Regulatorische Weichenstellungen für 2026 im Fokus

Bitcoin startet ins Jahr 2026 mit widersprüchlichen Signalen. Auf der einen Seite bremsen Derivate und technische Widerstände den Kurs aus, auf der anderen Seite kaufen Institutionelle in großem Stil zu. Wie passt das zusammen – und warum spiegelt der Kurs die positiven Nachrichten bisher nur begrenzt wider?

Derivatedruck und Seitwärtsphase

Zum Auftakt der ersten Handelswoche wirkt vor allem der Optionsmarkt als Bremse. Am heutigen Freitag laufen auf der Plattform Deribit Bitcoin-Optionen im Volumen von rund 1,85 Milliarden US‑Dollar aus. Der sogenannte „Max-Pain“-Preis liegt bei 88.000 US‑Dollar – ein Niveau, bei dem Optionskäufer am wenigsten profitieren und das kurzfristig wie ein Magnet für den Spotpreis wirkt.

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Trotz dieses Drucks bleibt die Positionierung größerer Marktteilnehmer eher optimistisch. Die Put/Call-Ratio von 0,48 zeigt, dass deutlich mehr Call- als Put-Optionen ausstehen – ein Hinweis darauf, dass professionelle Trader tendenziell auf höhere Kurse setzen.

Gleichzeitig begrenzen Absicherungsstrategien der Institutionellen das Aufwärtspotenzial. Viele große Halter haben in der schwachen Marktphase Ende 2025 verstärkt Covered Calls geschrieben, also Kaufoptionen auf ihre Bestände verkauft, um Zusatzerträge zu generieren. Diese Strategien sorgen nun für eine dauerhafte Angebotsseite und halten die Kursbewegung in einer engen Spanne.

Technisch befindet sich Bitcoin in einer Konsolidierungszone. Liquidationscluster – also Bereiche, in denen gehebelte Positionen zwangsliquidiert würden – liegen zwischen 86.000 und 88.000 US‑Dollar. Ein Ausbruch über den 21‑Tage‑Durchschnitt um 89.500 US‑Dollar gilt unter Charttechnikern als wichtige Marke, um die kurzfristige Struktur in Richtung Erholung zu drehen. Aktuell notiert Bitcoin mit rund 88.546 US‑Dollar leicht unter seinem 50‑Tage‑Durchschnitt und gut 29 % unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025.

Institutionelle Käufe und ETF-Zuflüsse

Während der Kurs seitwärts läuft, nimmt der institutionelle Aufbau deutlich Fahrt auf. Besonders auffällig ist ein großer Zukauf des Stablecoin-Anbieters Tether: Das Unternehmen hat heute 8.889 BTC im Gegenwert von etwa 779 Millionen US‑Dollar erworben.

Die Transaktion ist on-chain belegt und stammt von einer Abhebung an der Börse Bitfinex. Insgesamt hält Tether damit über 96.370 BTC im Wert von rund 8,46 Milliarden US‑Dollar. Der Schritt passt zur Unternehmensstrategie, bis zu 15 % der Quartalsgewinne in Bitcoin zu investieren. Durch die Entnahme von knapp 800 Millionen US‑Dollar Gegenwert aus den Börsenbeständen verringert sich das sofort verfügbare Angebot – ein klassischer „Supply-Squeeze“-Effekt, der fundamentalen Rückhalt liefern kann, auch wenn der Markt das aktuell noch nicht im Preis abbildet.

Parallel dazu drehen die US‑Spot-Bitcoin-ETFs wieder ins Plus. Am 31. Dezember 2025 verzeichneten sie Nettozuflüsse von 355 Millionen US‑Dollar, nachdem zuvor sieben Tage hintereinander Abflüsse zu sehen waren. An der Spitze stand BlackRocks IBIT mit über 143 Millionen US‑Dollar frischem Kapital. Das signalisiert: Größere Adressen bleiben engagiert, auch wenn die Stimmung unter Privatanlegern deutlich vorsichtiger ist.

Regulierung: Neue Weichen für 2026

Auch auf der Regulatorik-Seite könnte 2026 zum wichtigen Jahr werden. Im Fokus steht in den USA der Digital Asset Market Clarity Act („CLARITY Act“). Der Bankenausschuss des US‑Senats will am 15. Januar 2026 über den Entwurf beraten. Ziel ist es, die seit Jahren schwelenden Zuständigkeitskonflikte zwischen Börsenaufsicht SEC und Rohstoffaufsicht CFTC bei digitalen Assets zu klären.

Parallel hat die CFTC ein Pilotprogramm gestartet, das die Nutzung von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten als Sicherheiten im Derivatehandel erlaubt. Das steigert die Kapitaleffizienz für institutionelle Trader und könnte Bitcoin stärker in die bestehende Marktinfrastruktur integrieren.

International setzt sich dieser Trend fort. In Russland hat die größte Bank des Landes, Sberbank, heute erstmals einen Kryptokredit vergeben, der durch Bitcoin-Bestände eines Mining-Unternehmens besichert ist. Möglich wurde das durch die Legalisierung des industriellen Minings Ende 2024. Besonders in den BRICS-Staaten wächst damit die Verflechtung zwischen traditionellem Bankensystem und Krypto-Ökonomie.

Sentiment, On-Chain-Daten und Ausblick

Trotz dieser fundamentell positiven Impulse bleibt die Stimmung am Markt gedrückt. Der „Fear & Greed Index“ steht mit 20–21 Punkten klar im Bereich „Extreme Fear“. Hinzu kommt ein psychologischer Dämpfer: 2025 war das erste Jahr nach einem Halving, das Bitcoin auf Jahressicht mit einem Minus beendet hat – rund 6 % Verlust im Kalenderjahr.

On-Chain-Kennzahlen zeichnen ein differenziertes Bild:

  • Hebelung: Das BTC-Long/Short-Verhältnis liegt bei 1,56. Rund 60,9 % der Positionen sind Long, was auf Erwartungen einer Erholung hindeutet.
  • Börsenströme: Die Nettozuflüsse an Spot-Börsen sind mit –41,11 Millionen US‑Dollar negativ. Üblicherweise ist das ein eher bullisches Signal, da Anleger Coins eher in Cold Wallets transferieren als für einen Verkauf bereitzuhalten.
  • Bärensignal: Laut Analysen von CryptoQuant hat die 1‑Jahres‑Durchschnittslinie im November 2025 ein Bärenmarkt-Signal generiert. Demnach könnte die aktuelle Seitwärtsphase noch anhalten, bevor es zu einem klaren Trendwechsel kommt.

Per heute steht Bitcoin leicht unter seinem 50‑Tage‑Durchschnitt, während Kennzahlen wie der RSI im Bereich um 38 Punkte eine eher schwache, aber nicht überverkaufte Marktlage widerspiegeln. Zusammen mit den großen Käufen von Adressen wie Tether und den erneuten ETF-Zuflüssen entsteht damit ein Spannungsfeld: Kurzfristig dominieren Derivatedruck und technische Widerstände, mittel- bis langfristig spricht vieles für ein robusteres Fundament durch sinkendes Umlaufangebot und wachsende institutionelle Verankerung.

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