Bitcoin: Sparkassen öffnen den Zugang

Der Zugang zu fünf Kryptowährungen beginnt schrittweise, während Bitcoin-ETFs zuletzt deutliche Mittelabflüsse verzeichneten.

Die Kernpunkte:
  • Handel mit fünf Kryptowährungen startet
  • Sparkassen bestimmen ihren eigenen Startzeitpunkt
  • Bitcoin-ETFs verlieren rund 229 Millionen Dollar
  • Bitcoin fällt zeitweise unter 80.000 Dollar

Die Sparkassen steigen in den Kryptohandel ein, und das ausgerechnet in einer Woche, in der Bitcoin unter Druck steht. Ab heute können die ersten Kunden über die Sparkassen-App Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon handeln. Für Millionen Privatanleger wird der Zugang damit deutlich einfacher.

Sparkassen: Start mit angezogener Handbremse

Das Angebot kommt von der Dekabank, die Verwahrung läuft in Kooperation mit der Börse Stuttgart. Einen bundesweiten Starttermin gibt es nicht. Jede Sparkasse entscheidet selbst, wann sie startet. Pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser folgen, im ersten Halbjahr 2027 will der Verband einen großen Teil der interessierten Institute angebunden haben.

Aktiv beworben wird das Angebot nicht. Es richtet sich an Kunden, die eigenständig kaufen, verkaufen und verwahren wollen. Beratung gibt es nicht. Der Verband stuft Kryptowährungen weiterhin als hochspekulativ ein und weist ausdrücklich auf das Risiko eines Totalverlusts hin. Neu-Broker wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Handel schon länger an, zuletzt zogen die Volksbanken nach.

ETFs verzeichnen Abflüsse

Der Marktstart trifft auf schwache Stimmung. US-Spot-Bitcoin-ETFs verloren in der vergangenen Woche netto rund 229 Millionen Dollar, in der Woche davor waren es 681 Millionen. Zusammen fließen damit gut 900 Millionen Dollar ab. Der Oktober, sonst oft ein starker Monat, steht für die Fonds im Minus von etwa 615 Millionen Dollar.

Auslöser ist die Zinsdebatte. Die US-Inflation lag im September bei 3,7 Prozent und damit über den Erwartungen. Ein ebenfalls hoher Erzeugerpreisindex belebte Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank. Bei Renditen von rund 5 Prozent für kaum riskante Staatsanleihen haben es riskantere Anlagen schwer.

Am Donnerstag rutschte Bitcoin zeitweise unter 80.000 Dollar. Fast 950 Millionen Dollar an gehebelten Positionen wurden liquidiert, etwa 90 Prozent davon Wetten auf steigende Kurse. Freitag schloss die Kryptowährung bei rund 81.590 Dollar. Das liegt unter dem geschätzten durchschnittlichen Einstandspreis der ETF-Halter von etwa 82.300 Dollar.

Langfristige These trotz KI-Zweifeln

Langfristig bleiben manche Profis zuversichtlich. Matt Hougan, Investmentchef des Vermögensverwalters Bitwise, sieht Bitcoin in fast jedem Szenario als Gewinner. Boomt die KI-Wirtschaft, würden knappe Güter wie Bitcoin mit seinem auf 21 Millionen Einheiten begrenzten Angebot gefragter.

Platzt die Blase, erwartet er nach einem ersten Kurseinbruch staatliche Rettungspakete und niedrigere Zinsen. Das wäre aus seiner Sicht das ideale Umfeld für Bitcoin.

Kurzfristig entscheidet jedoch die Zinsfrage. Gelingt es Bitcoin, den ETF-Einstandspreis um 82.300 Dollar zurückzuerobern, könnten die Abflüsse nachlassen. Fällt der Kurs erneut unter die Marke von 80.000 Dollar, geraten die gehebelten Positionen wieder unter Druck.

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