Bitcoin: Stärkstes Quartal steht kurz vor Abschluss
ETF-Zuflüsse und Unternehmenskäufe stützten Bitcoin; bei der Bitcoin Group belasteten ausgesetzter Handel und schwächere Halbjahreszahlen das Geschäft.

- Bitcoin legte im dritten Quartal rund 32 Prozent zu
- Bitcoin-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 2,4 Milliarden Dollar
- Bitcoin Group meldete niedrigeren Umsatz und negatives EBITDA
- CPI und FOMC prägen den Q4-Ausblick
Ein Quartal voller Widersprüche läuft auf sein Ende zu — und Bitcoin steht trotzdem am oberen Ende der Skala. Die Notierung kletterte am Dienstag auf über 86.000 Dollar und damit deutlich über den Montags-Schlusskurs von 83.503 Dollar. Am Mittwoch endet das dritte Quartal 2026 offiziell, mit einem Plus von rund 32 Prozent seit dem Startpunkt bei etwa 63.000 Dollar das stärkste Krypto-Quartal des laufenden Jahres.
Die Erholung kommt nicht aus dem Nichts. Zuflüsse in Bitcoin-ETFs summierten sich zuletzt auf 2,4 Milliarden Dollar — ein deutliches Signal institutioneller Nachfrage, das kurzfristig für weiteren Auftrieb sorgen könnte. Parallel dazu bauen Unternehmen wie Strategy und Bitmine ihre Kryptobestände weiter aus, was die These stützt, dass sich auch abseits der ETF-Schiene strukturelles Kapital in den Markt bewegt.
Ein Quartal mit zwei Gesichtern
Der Rückblick auf die vergangenen drei Monate zeigt ein gespaltenes Bild. Auf der negativen Seite: Der CLARITY Act scheiterte im US-Senat, die Fed hob die Zinsen einstimmig an, und der begleitende Dot Plot fiel hawkisch aus — 16 von 18 Mitgliedern signalisierten Offenheit für einen weiteren Zinsschritt.
Auf der positiven Seite standen das Anleihenkaufprogramm von Finanzminister Bessent, Rekord-Zuflüsse in Krypto-ETFs und eben jene Treasury-Käufe der Unternehmen.
Unter dem Strich hat sich die positive Seite durchgesetzt. Die Bitcoin-Dominanz am Gesamtmarkt liegt bei 56,8 Prozent, der Fear-and-Greed-Index bewegt sich im Greed-Bereich — ein Hinweis auf Vorsicht, aber noch kein Extremsignal.
Blick auf Q4: CPI und FOMC als nächste Prüfsteine
Der Ausblick auf das vierte Quartal hängt an zwei Terminen. Mitte Oktober erscheint der CPI für September und dürfte zeigen, ob die monetäre Straffung der Fed bereits erste Wirkung zeigt. Im Dezember entscheidet das FOMC über einen möglichen zweiten Zinsschritt — angesichts der breiten Zustimmung im Dot Plot ist ein solcher Schritt keineswegs ausgeschlossen.
Für Anleger mit Bitcoin-Bezug abseits der Kryptowährung selbst bleibt die Lage komplizierter. Die börsennotierte Bitcoin Group etwa kämpft seit Ende Juni mit einem ausgesetzten Kryptohandel auf ihrer Plattform bitcoin.de, weil die MiCAR-Lizenz für die futurum bank noch aussteht.
Die am Dienstag vorgelegten Halbjahreszahlen zeigen die Folgen: Der Umsatz brach von 3,8 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro ein, das EBITDA rutschte auf minus 3,25 Millionen Euro ab. Der Netto-Krypto-Eigenbestand des Unternehmens sank binnen eines halben Jahres von 293 auf rund 199 Millionen Euro — ein Beispiel dafür, dass ein steigender Bitcoin-Kurs allein operative Probleme nicht auflöst.
Der CPI-Termin im Oktober und die FOMC-Entscheidung im Dezember dürften darüber entscheiden, ob sich der Rückenwind aus ETF-Zuflüssen und Unternehmenskäufen ins neue Quartal hinüberretten lässt.
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