Bitcoin: Strategy verkauft erstmals seit 2022
Bitcoin rutscht in Richtung 60.000 US-Dollar. Strategy Inc. verkauft erstmals wieder Coins, ETF-Abflüsse und schwache Nachfrage belasten den Markt zusätzlich.

- Strategy Inc. verkauft erstmals Bitcoin seit 2022
- Bitcoin-Nachfrage fällt so stark wie seit Terra-Kollaps nicht
- US-Spot-ETFs verzeichnen Milliardenabflüsse
- Kurs notiert 20 Prozent unter 200-Tage-Durchschnitt
Bitcoin steckt in einem selten dichten Belastungsmix. ETF-Abflüsse, schwache Nachfrage und ein Signalbruch bei Strategy Inc. treffen auf einen Markt, der technisch stark überverkauft ist. Der Kurs liegt bei 62.932 US-Dollar und damit nur noch wenig über der Marke von 60.000 US-Dollar.
Der Druck kommt nicht nur aus einer Ecke. In den vergangenen sieben Tagen verlor Bitcoin 14,42 Prozent, über 30 Tage summiert sich das Minus auf 22,23 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
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Strategy verkauft erstmals wieder Bitcoin
Strategy Inc., früher MicroStrategy, lieferte das stärkste Stimmungsignal. Der Konzern meldete den ersten Nettoverkauf von Bitcoin seit 2022.
Ende Mai verkaufte Strategy 32 Bitcoin, um Ausschüttungen auf seine STRC-Vorzugsaktien zu finanzieren. Der Durchschnittspreis lag bei 77.135 US-Dollar, der Erlös bei rund 2,5 Millionen US-Dollar.
Gemessen am Gesamtbestand ist das Volumen klein. Strategy hielt Ende Mai noch 843.706 Bitcoin. Die Symbolik wiegt schwerer als die Menge, weil das Unternehmen lange als kompromissloser Dauerhalter galt.
Der durchschnittliche Kaufpreis der Bestände liegt bei 75.699 US-Dollar. Bei Kursen um 63.000 US-Dollar notierte Bitcoin rund 17 Prozent darunter. Berichte beziffern den nicht realisierten Verlust auf etwa 10,8 Milliarden US-Dollar.
Analysten von Standard Chartered werten diese Verlustzone nicht nur negativ. Aus ihrer Sicht kann ein so breiter Schmerzpunkt auch auf eine mögliche Bodenbildung hindeuten.
Nachfrage fällt so schnell wie seit Terra nicht mehr
Der Verkaufsdruck zeigt sich auch in den On-Chain-Daten. CryptoQuant sieht den stärksten Rückgang der weltweiten Bitcoin-Nachfrage seit dem Terra-Kollaps im Mai 2022.
- Gesamtnachfrage: minus rund 501.000 Bitcoin binnen 30 Tagen
- Spot-Nachfrage: minus rund 272.000 Bitcoin
- Futures-Nachfrage: minus rund 229.000 Bitcoin
Besonders auffällig ist das Verhalten kurzfristiger Halter. Am 4. Juni wanderten rund 53.800 Bitcoin mit Verlust auf Börsen. Für diese Gruppe war das die härteste Kapitulation des Jahres 2026.
Auch das realisierte Gewinn-Verlust-Verhältnis sendet ein Warnsignal. Es fiel auf etwa minus 1,3 auf logarithmischer Skala. Ein so schwacher Wert wurde zuletzt 2016 erreicht.
Der Hebelmarkt verschärfte die Bewegung. Zwischen dem 3. und 4. Juni wurden Krypto-Positionen über rund 1,8 Milliarden US-Dollar liquidiert. Solche Zwangsverkäufe machen Abwärtsbewegungen oft schneller und unberechenbarer.
Über den gesamten Zeitraum stieg die Summe der Liquidationen auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Das zeigt, wie dünn die Stabilität im Markt derzeit ist.
ETF-Abflüsse treffen auf kritische Marke
Auch die US-Spot-Bitcoin-ETFs standen zuletzt klar unter Druck. Bis zum 3. Juni zogen Investoren 13 Handelstage in Folge Geld ab. In der Summe flossen rund 4,4 Milliarden US-Dollar aus den Produkten.
BlackRocks IBIT trug dabei den größten Teil. Auf ihn entfielen rund 75 Prozent der Abflüsse, also etwa 3,3 Milliarden US-Dollar. Erst am 4. Juni drehte die Serie mit einem kleinen Nettozufluss von 3,05 Millionen US-Dollar.
Die Nettovermögen der US-Spot-ETFs sind deutlich geschrumpft. Von rund 104 Milliarden US-Dollar Mitte Mai ging es auf etwa 80,40 Milliarden US-Dollar zurück. Das ist kein Randthema, weil die ETFs zuletzt eine zentrale Nachfragequelle waren.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Der RSI liegt bei 17,3 und signalisiert stark überverkaufte Bedingungen. Der Kurs handelt zudem 20,27 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Die Marke von 60.000 US-Dollar ist nun der zentrale Bereich. Auf Deribit liegt das offene Nominalvolumen in Put-Optionen mit diesem Strike bei mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar. Ein Bruch darunter könnte zusätzliche Absicherungen auslösen und Verkaufsdruck verstärken.
Kurzfristig zählt daher die Zone zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar. Oberhalb von 65.000 US-Dollar könnte Bitcoin etwas Luft gewinnen. Unter 60.000 US-Dollar rückt dagegen der Optionsmarkt stärker in den Vordergrund.
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