Bitcoin: Support unter Druck

Bitcoin testet kritische Unterstützungszone zwischen 61.800 und 62.500 Dollar. Makroökonomische Risiken und nachlassendes Interesse belasten die Kryptowährung.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 62.600 Dollar
  • Unterstützungszone zwischen 61.800 und 62.500 Dollar
  • Geopolitische Spannungen und Zinsängste
  • Soziale Medien-Erwähnungen auf Tiefststand

Bitcoin hält sich knapp über einer entscheidenden Marke – und trotzdem redet kaum noch jemand darüber. Die Kryptowährung notiert rund 48 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Oktober, während die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein Zwölf-Monats-Tief gefallen ist. Diese Kombination aus Kursschwäche und Desinteresse wirft die Frage auf, wie stabil die aktuelle Ruhephase tatsächlich ist.

Kritische Zone zwischen 61.800 und 62.500 Dollar

Bitcoin bewegt sich aktuell um die Marke von 62.600 Dollar und testet damit eine Unterstützungszone, die über die kommenden Stunden richtungsweisend sein dürfte. Fällt der Kurs unter 61.800 Dollar, rechnen Chartanalysten mit einer schnellen Bewegung Richtung 58.000 Dollar. Mehrere technische Indikatoren – darunter der MACD und der SuperTrend – sind zuletzt auf bearish gedreht, nachdem der Aufwärtstrend seit Anfang Juli ins Wanken geraten war.

Ein Ausbruch nach oben bleibt möglich, gilt aber als das unwahrscheinlichere Szenario. Erst oberhalb von etwa 65.500 Dollar würden Käufer wieder klar die Kontrolle übernehmen. Bis dahin bewegt sich der Markt in einer engen Spanne, in der schnelle Fehlsignale in beide Richtungen drohen.

Geopolitik und Zinsängste belasten die Stimmung

Hinter der technischen Schwäche steht ein handfestes makroökonomisches Spannungsfeld. Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran rund um die Straße von Hormus treiben die Ölpreise nach oben, was wiederum Sorgen vor steigender Inflation und einer möglichen Zinserhöhung der Federal Reserve nährt. Fed-Governor Christopher Waller deutete ein solches Szenario zuletzt als durchaus möglich an – kurz vor der Veröffentlichung wichtiger US-Verbraucherpreisdaten.

Höhere Zinsen treffen Bitcoin als renditelose Anlageklasse besonders hart. Das zeigt sich an den Kapitalflüssen: Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Vortag Abflüsse von 424,7 Millionen Dollar, nach Abflüssen in acht der vergangenen neun Wochen. Der größte institutionelle Bitcoin-Halter Strategy sammelte parallel 466,7 Millionen Dollar durch Aktienverkäufe ein, kaufte im gleichen Zeitraum aber keine neuen Bitcoin – nachdem das Unternehmen Anfang Juli zuletzt 2.225 Coins verkauft hatte. Das nährt Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit der Treasury-Strategie, die auf stetig steigende Bitcoin-Preise angewiesen ist.

Auffällige Stille im Netz

Parallel zur Kursschwäche ist die öffentliche Diskussion um Bitcoin so leise wie seit Jahren nicht mehr. Die Erwähnungen des Begriffs „Bitcoin“ in sozialen Medien sind auf ein Zwölf-Monats-Tief von rund 130.000 gefallen – ein Niveau, das zuletzt 2020 gemessen wurde, also vor der großen Welle institutioneller Adoption. Historisch fiel eine derart niedrige Aufmerksamkeit häufig mit Phasen der Stagnation oder anhaltender Kursrückgänge zusammen.

Ob sich Bitcoin dieses Mal von diesem Muster lösen kann, bleibt offen. Fest steht: Solange die Zone zwischen 61.800 und 62.500 Dollar hält, bleibt der kurzfristige Ausblick fragil, aber nicht entschieden. Die anstehenden US-Verbraucherpreisdaten dürften in den nächsten Stunden zeigen, in welche Richtung sich die Waage neigt.

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