Bitcoin: Unter 60.000 US-Dollar gefallen
Bitcoin fällt unter die 60.000-Dollar-Marke, während massive ETF-Abflüsse und ein starker Dollar den Markt belasten. Großinvestoren wie MicroStrategy kaufen jedoch weiter zu.

- Kurs unter psychologischer Marke
- Massive Abflüsse aus Bitcoin-ETFs
- Starker Dollar belastet Krypto-Markt
- MicroStrategy kauft weitere Coins
Bitcoin rutscht unter die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar. Zwar pendelte sich der Kurs zuletzt wieder bei rund 61.800 US-Dollar ein. Der Schock sitzt dennoch tief. Die Kryptowährung notiert nun in der untersten Zone des bekannten Rainbow-Charts. Marktbeobachter nennen diesen Bereich oft die „Bitcoin ist tot“-Zone.
Die aktuelle Schwäche kommt nicht aus dem Nichts. Seit sechs Wochen ziehen Anleger massiv Kapital aus den Bitcoin-Spot-ETFs ab. Fast sechs Milliarden US-Dollar flossen in diesem Zeitraum ab. Allein in dieser Woche verzeichneten Branchenriesen wie BlackRock und Fidelity Nettoabflüsse in Millionenhöhe.
Der „Crypto Fear & Greed Index“ stürzte massiv ab. Die Folge: extreme Angst im Markt. Ein Blick auf die Charttechnik verdeutlicht den Abwärtstrend. Der aktuelle Kurs liegt rund 51 Prozent unter dem Rekordhoch vom vergangenen Herbst. Auch die viel beachtete 200-Tage-Linie bei etwa 76.300 US-Dollar hat der Kurs längst nach unten durchbrochen.
Der Relative-Stärke-Index steht aktuell bei 35. Das deutet auf einen stark überverkauften Markt hin. Einige Analysten sehen die langfristige Struktur dennoch intakt. Die Investmentfirma 21Shares verweist auf eine starke Unterstützungslinie bei 54.000 US-Dollar. Fällt diese Marke, droht ein weiterer Absturz in Richtung 52.000 US-Dollar.
Gegenwind von der Notenbank
Das makroökonomische Umfeld belastet digitale Anlagen schwer. Der US-Dollar-Index erreichte kürzlich ein 13-Monats-Hoch. Investoren rechnen mit einer strengen Geldpolitik der US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh priorisiert die Preisstabilität. Die Märkte preisen mittlerweile zwei weitere Zinserhöhungen bis zum Frühjahr 2027 ein.
Hohe Zinsen und ein starker Dollar machen riskante Anlagen wie Bitcoin unattraktiv. Parallel dazu fließt viel Kapital in den Sektor der Künstlichen Intelligenz ab. Große Finanzierungsrunden bei Unternehmen wie SK Hynix entziehen dem Krypto-Ökosystem weitere Liquidität.
Großinvestoren halten dagegen
Während Kleinanleger kapitulieren, stocken Großinvestoren auf. MicroStrategy kaufte kürzlich weitere 520 Bitcoin. Das Unternehmen ignoriert die Marktschwäche völlig und baut seine Bestände weiter aus.
Im Derivatemarkt positionieren sich Händler derweil für eine mögliche Gegenbewegung. Am 26. Juni laufen Optionen im Wert von elf Milliarden US-Dollar aus. Dieses Ereignis zwingt viele Akteure zur Anpassung ihrer Positionen und dürfte die Volatilität in den kommenden Tagen noch einmal deutlich anheizen.
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