Bitcoin: Verfall-Showdown?

US-Spot-ETFs verbuchen weitere Mittelzuflüsse, während restriktive Zinssignale den Bitcoin-Kurs belasten.

Die Kernpunkte:
  • Optionen über elf Milliarden Dollar verfallen morgen
  • Kontrakte entsprechen rund einem Drittel
  • Fed-Abstimmung fiel zehn zu zwei aus
  • Spot-ETFs sammelten 137,3 Millionen Dollar ein

Bitcoin steht vor einem umfangreichen Optionsverfall, während die US-Geldpolitik den Markt belastet. Gleichzeitig fließt weiter Geld in amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs. Diese Zuflüsse reichen bislang nicht aus, um die geldpolitischen Sorgen zu verdrängen. Mit 80.181,00 USD bewegt sich der Kurs weiter nahe der viel beachteten Marke von 80.000 Dollar.

Optionsverfall rückt in den Mittelpunkt

Laut Bloomberg laufen morgen Bitcoin-Optionen im Volumen von rund 11 Milliarden Dollar aus. Die betroffenen Kontrakte entsprechen etwa einem Drittel der ausstehenden Bitcoin-Optionen auf Deribit. Damit steht ein erheblicher Teil dieses Marktes unmittelbar vor dem Verfall.

Für Anleger ist der Termin ein zusätzlicher Orientierungspunkt neben der Zinsentscheidung. Aus dem Umfang der fälligen Kontrakte allein lässt sich allerdings keine eindeutige Kursrichtung ableiten. Der große Verfall ist deshalb nicht automatisch ein Argument für steigende oder fallende Bitcoin-Notierungen.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem anstehenden Termin und einer bereits erkennbaren Marktreaktion: Der Verfall steht noch bevor. Der geldpolitische Gegenwind hat Bitcoin dagegen bereits belastet.

Zinspause mit restriktivem Signal

Die Federal Reserve ließ ihre Zinsen Medienberichten zufolge bei 3,75% bis 4,00%. Trotz der unveränderten Zinsspanne wurde die Entscheidung am Markt als restriktives Signal aufgenommen.

Die Abstimmung fiel mit zehn zu zwei Stimmen aus. Die beiden abweichenden Mitglieder befürworteten eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt. Damit richtete sich ihr Votum nicht auf eine Lockerung, sondern auf eine weitere Straffung der Geldpolitik.

Für Bitcoin ist dieser Unterschied wesentlich: Die Zinspause ging nicht mit einem einheitlichen Signal für unveränderte Zinsen einher. Die Forderung nach einer Erhöhung verstärkte vielmehr den restriktiven Ausblick. Medienberichten zufolge geriet Bitcoin nach dem Beschluss unter Druck.

ETF-Zuflüsse bilden ein Gegengewicht

Auf der Nachfrageseite bleibt das Bild freundlicher. US-Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten gestern Medienberichten zufolge Nettozuflüsse von 137,3 Millionen Dollar. Es war bereits der dritte Handelstag mit Zuflüssen in Folge.

Die Nachfrage konzentrierte sich dabei deutlich auf BlackRock. Dessen IBIT erhielt 136 Millionen Dollar, während auf den BITB von Bitwise 1,3 Millionen Dollar entfielen.

Die ETF-Bilanz zeigt damit anhaltende Zuflüsse trotz des schwierigen geldpolitischen Umfelds. Sie ist jedoch kein Beleg dafür, dass der gesamte Bitcoin-Markt bereits wieder Stärke gewinnt. Vor dem morgigen Optionsverfall stehen sich vielmehr zwei unterschiedliche Signale gegenüber: fortgesetzte Fondszuflüsse und ein restriktiver Zinsausblick.

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