Bitcoin: Washington als Kurstreiber

Nach dem Sieben-Wochen-Tief steigt Bitcoin wieder über 80.800 Dollar; ein mögliches US-Marktstrukturgesetz bleibt Verhandlungssache.

Die Kernpunkte:
  • Bitcoin steigt rund vier Prozent
  • Ölpreis sinkt um neun Prozent
  • Demokraten erwägen umfassendes Krypto-Marktgesetz
  • Binance ersetzt rund 98 Prozent der Werte

Bitcoin sackte in der Nacht auf Mittwoch unter 76.000 Dollar und markierte damit ein Sieben-Wochen-Tief. Wenige Stunden später stand die Kryptowährung wieder über 80.800 Dollar, ein Tagesplus von rund vier Prozent. Auslöser war ein Zusammenspiel aus Politik und Makro.

Erleichterung nach der Wahl

Die Märkte atmeten insgesamt auf. Der Ölpreis fiel um neun Prozent auf 88 Dollar je Barrel, nachdem der iranische Parlamentssprecher von einem Votum gegen den Krieg gesprochen hatte. Der Dow Jones legte um drei Prozent zu, die Nasdaq um 1,6 Prozent. Bitcoin surfte auf dieser breiten Risikobereitschaft mit.

James Butterfill von CoinShares dämpft allerdings die Wahl-Euphorie. Für Bitcoin zählten Realzinsen, Dollar-Liquidität und ETP-Zuflüsse weiterhin mehr als die Wahlergebnisse.

Marktstruktur-Gesetz kehrt zurück

Die politische Nachricht des Tages könnte dennoch Gewicht haben. Demokraten im Repräsentantenhaus erwägen offenbar, Maxine Waters‘ Crypto Investor and Consumer Bill of Rights zu einem vollständigen Marktstrukturgesetz auszubauen.

Der Entwurf würde demokratische Bestimmungen des Clarity Act aufgreifen, die das Haus 2025 abgelehnt hatte. Hinzu kämen Punkte, auf die sich Senatoren beider Parteien vor der gescheiterten Abstimmung im September bereits geeinigt hatten.

Das überrascht. Noch am Vortag galt ein solches Gesetz für zwei Jahre als erledigt. Waters dürfte den Vorsitz im Finanzausschuss übernehmen und will nach den vorliegenden Informationen direkt einen Entwurf schreiben, statt zunächst Anhörungen abzuhalten.

Inhaltlich sähe der Plan eine größere Rolle für die Börsenaufsicht SEC vor, die Rohstoffaufsicht CFTC bekäme weniger Kompetenzen. Dazu kommen Ethikregeln, die Krypto-Geschäfte von Donald Trump und anderen Regierungsvertretern einschränken sollen. Genau solche Klauseln galten bislang als Hindernis für eine Unterschrift des Präsidenten.

Binance bleibt Baustelle

Im Hintergrund wirkt der Binance-Hack vom 29. Oktober nach. Die Börse hat nach eigenen Angaben rund 98 Prozent der gestohlenen Werte aus eigenen Mitteln ersetzt und öffnet Abhebungen schrittweise wieder. Heute kappte sie vorsorglich alle API-Schlüssel des Drittanbieters SignalPlus, nachdem dieser ein mögliches Sicherheitsproblem gemeldet hatte. Binance betont, eigene Systeme und Kundengelder seien nicht betroffen.

Für die kommenden Monate richtet sich der Blick auf die Gesetzgebung. Die neue Kongressmehrheit könnte einen überarbeiteten Entwurf mit Ziel 2027 vorlegen. Ob SEC-Aufsicht und Ethikklauseln mehrheitsfähig sind, entscheidet sich erst in den Verhandlungen mit dem Senat.

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