Bitcoin: Wichtige Woche
Der Bitcoin-Kurs konsolidiert bei 91.000 US-Dollar, während politische Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell und die US-Inflationsdaten die Marktstimmung prägen. Die Zone um 95.000 Dollar gilt als Schlüssel für den nächsten Trend.

- Fed-Chef Powell mit strafrechtlichen Ermittlungen konfrontiert
- US-Inflationsdaten als nächster möglicher Kursauslöser
- Bitcoin-ETF-Ströme zeigen wechselhaftes Bild zu Jahresbeginn
- Hohe Rechenleistung und festes Angebot stützen Fundamentaldaten
Politische Turbulenzen in den USA, ein brisantes CPI-Update und ein Markt, der sich neu sortiert: Für Bitcoin steht eine entscheidende Woche an. Der Kurs bewegt sich bislang in einer engen Spanne, doch die Mischung aus makroökonomischen Daten, ETF-Strömen und dem ungewöhnlichen Ermittlungsfall gegen Fed-Chef Jerome Powell könnte schnell für Bewegung sorgen. Im Zentrum steht die Frage, ob die aktuelle Seitwärtsphase in einen neuen Aufwärtstrend mündet oder erst noch ein Test tieferer Niveaus ansteht.
Ruhiger Kurs, hoher Druck im Hintergrund
Bitcoin notiert aktuell bei rund 91.000 US‑Dollar und liegt damit nur leicht über seinem 50‑Tage-Durchschnitt. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich ein kleines Minus, seit Jahresbeginn ein moderates Plus. Vom 52‑Wochen-Hoch ist die Kryptowährung jedoch deutlich entfernt, während der Abstand zum Tief der vergangenen zwölf Monate vergleichsweise gering bleibt – ein Bild, das zu der laufenden Konsolidierung passt.
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Technisch sehen Marktbeobachter eine dichte Widerstandszone im Bereich um 95.000 US‑Dollar. Mehrere Anläufe nach oben sind dort zuletzt abgeprallt. Auf der Unterseite werden Unterstützungen im oberen 80.000er-Bereich als kurzfristig entscheidend angesehen. Erst ein Ausbruch über den Widerstand oder ein Bruch dieser Unterstützungen dürfte den aktuell engen Korridor nachhaltig auflösen.
Derivate-Markt: Aufgeräumte Ausgangslage
Auffällig ist die starke Bereinigung im Optionsmarkt. Das offene Interesse bei Bitcoin-Optionen ist laut Bitfinex binnen kurzer Zeit von 52,5 auf 28,6 Milliarden US‑Dollar nahezu halbiert. Dieser „Reset“ nimmt viele ältere Absicherungspositionen aus dem Markt.
Die Folge: Preisbewegungen spiegeln kurzfristige Einschätzungen stärker wider als historische Positionierungen großer Adressen. Das schafft aus Sicht mancher Analysten eine „sauberere“ Ausgangslage für die nächste größere Trendbewegung.
Gleichzeitig bleibt das Spot-Handelsvolumen hoch. In der ersten Januarwoche wechselten täglich rund 40 bis 53 Milliarden US‑Dollar an den Kassenmärkten den Besitzer – mehr als bei Schwergewichten wie Nvidia im gleichen Zeitraum. Trotz Seitwärtsphase ist das Interesse an Bitcoin also ungebrochen.
Politische Brisanz: DOJ-Ermittlungen gegen Powell
Auf der Makroseite sorgt ein ungewöhnlicher Vorgang für Unruhe: Fed-Chef Jerome Powell hat am 11. Januar öffentlich gemacht, dass das US-Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen ihn eingeleitet hat. Offiziell geht es um ein Renovierungsprojekt der Fed-Zentrale im Umfang von 2,5 Milliarden US‑Dollar.
Powell selbst wertet die Ermittlungen als politische Reaktion auf die Zinspolitik der Notenbank und den Verzicht auf gewünschte Zinssenkungen. In einer Videoansprache stellte er klar, dass die Strafandrohung eine Folge davon sei, dass die Fed Zinsen auf Basis ihrer eigenen Einschätzung des öffentlichen Interesses festlegt – und nicht entlang der Präferenzen des Präsidenten.
Diese Gemengelage befeuert Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed. Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius sieht die Bedenken zwar verstärkt, geht aber weiter von einer datengetriebenen Notenbank aus. Goldman erwartet Zinssenkungen nun im Juni und September 2026 – ein Zeitplan, der für Bitcoin relevant ist, weil er sowohl die Diskussion um politisch beeinflusste Geldpolitik als auch die Hoffnung auf zusätzliche Liquidität durch Lockerung stützt.
Reaktion der „Sicherer-Hafen“-Story
Die Nachricht löste eine moderate „Safe-Haven“-Reaktion aus. Bitcoin zeigte einen leichten positiven Impuls, während Gold und Silber auf neue Rekordstände kletterten. Anleger gewichten in diesem Umfeld verstärkt Anlagen, die sie als Schutz vor politischem Risiko und möglicher Währungsentwertung sehen.
Für Bitcoin zahlt diese Entwicklung auf zwei Narrative ein:
- Politikrisiko-Prämie: Zweifel an der Fed-Unabhängigkeit stützen die These von Bitcoin als Gegenpol zu staatlich gesteuerten Währungen.
- Liquiditätsfantasie: Erwartete Zinssenkungen ab der Jahresmitte 2026 könnten langfristig wieder mehr Kapital in risikoreichere Assets wie Kryptowährungen lenken.
Kurzfristig bleibt der Effekt allerdings begrenzt – der Markt wartet auf klarere Signale.
CPI-Daten im Fokus
Der nächste mögliche Auslöser steht heute mit den US-Inflationsdaten an. Der Consumer Price Index (CPI) wird um 8:30 Uhr ET veröffentlicht. Ökonomen rechnen sowohl beim Gesamt- als auch beim Kernindex für Dezember mit 2,7 % gegenüber dem Vorjahr – im Einklang mit der letzten Gesamtinflationsrate.
Damit wäre die Teuerung weiter auf dem Rückzug, aber noch über dem 2 %-Ziel der Fed. Die Daten sind vor dem Hintergrund der Powell-Ermittlungen besonders sensibel, weil sie zeigen, wie viel Spielraum die Notenbank tatsächlich für Zinssenkungen hat, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
LMAX-Stratege Joel Kruger warnt vor anhaltend hoher Makro-Volatilität: Neben den Inflationszahlen stehen diese Woche auch große US-Bankbilanzen und weitere Fed-Kommentare an. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und die DOJ-Ermittlungen gegen Powell. Über den US-Dollar und reale Renditen kann diese Gemengelage direkt auf Krypto-Preise durchschlagen. Kruger nennt für Bitcoin die Zone um 95.000 US‑Dollar als entscheidenden Marker für einen möglichen Ausbruch nach oben.
ETF-Ströme: Rotation statt klarer Trend
Bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs zeigt sich zu Jahresbeginn ein wechselhaftes Bild. In den ersten beiden Handelstagen 2026 flossen den elf Produkten zusammen über 1,16 Milliarden US‑Dollar zu, davon allein 697 Millionen am 5. Januar. Der Jahresstart sah zunächst nach einem deutlichen Stimmungsaufschwung aus.
Schon ab dem 6. Januar drehte das Bild jedoch: Vier Handelstage in Folge verzeichneten die ETFs Abflüsse, insgesamt rund 1,38 Milliarden US‑Dollar. Der größte Einzelabfluss lag am 7. Januar mit 486 Millionen US‑Dollar. Damit sind die Zuflüsse vom Jahresanfang nahezu neutralisiert, die Netto-Ströme seit Jahresbeginn liegen kaum über null.
Analysten deuten diese Entwicklung eher als Umschichtung denn als klaren Ausstieg. Anleger scheinen zwischen einzelnen Produkten und Risikoprofilen zu rotieren, ohne dass ein breiter, überzeugter Aufbau von Bitcoin-Positionen erkennbar wäre. Auf längere Sicht bleibt das Bild allerdings positiv: Seit dem Start der US-Spot-ETFs im Januar 2024 summieren sich die Nettozuflüsse auf rund 56,6 Milliarden US‑Dollar.
Regulierung und Netzwerk-Fundamentaldaten
Auf der Regulierungsebene verschiebt sich der Zeitplan leicht. Senator John Boozman kündigte an, dass die Sitzung des Senatsausschusses für Landwirtschaft zur Krypto-Markstruktur auf die letzte Januarwoche verlegt wurde. Ziel ist ein breiter parteiübergreifender Konsens, um das komplexe Gesetzespaket voranzubringen. Inhaltliche Details änderten sich durch die Verschiebung nicht, sie signalisiert aber, dass weiter intensiv verhandelt wird.
Parallel bleibt das Bitcoin-Netzwerk fundamental solide:
- Umlaufmenge: 19,97 Mio. BTC (rund 95,1 % der maximalen 21 Mio.)
- Blockhöhe: 931.912
- Block-Reward: 3,125 BTC seit dem Halving im April 2024
- Nächstes Halving: Erwartet im April 2028
- Hashrate: 893 EH/s
Die hohe Rechenleistung untermauert die Sicherheit des Netzwerks, während das feste Angebotslimit die Knappheit von Bitcoin strukturell absichert.
Ausblick: Zwischen Strukturstory und Zyklusrisiko
Die kommende CPI-Veröffentlichung und weitere US-Daten könnten den Impuls liefern, der die aktuelle Handelsspanne auflöst. Aus Marktsicht bleibt die Zone um 95.000 US‑Dollar zentral: Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde als Signal gewertet, dass die Konsolidierung in eine neue Aufwärtsbewegung übergeht; ein erneutes Scheitern könnte dagegen den Blick wieder stärker auf die Unterstützungsbereiche und mögliche Tests tieferer Marken lenken.
Strategisch wirkt 2026 für Bitcoin zweigeteilt: Auf der einen Seite steht die „Entwertungsthese“, also die Absicherung gegen wachsende Staatsverschuldung und mögliche Währungsschwäche, die Bitcoin zusammen mit Gold Rückenwind geben kann. Auf der anderen Seite verweisen einige Analysten auf das historische Vierjahresmuster: 2014, 2018 und 2022 waren nach drei starken Jahren jeweils schwierige Phasen, und die Kurs-Schwäche Ende 2025 nährt die Sorge, dass 2026 diesem Muster folgen könnte – mit potenziellen Rücksetzern bis in den Bereich um 75.000 US‑Dollar, bevor sich ein belastbarer Boden ausbildet.
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