Bitcoin: Widerstandswand vor der Fed

Bitcoin testet erneut die Widerstandszone bei 63.000 Dollar. Starke ETF-Zuflüsse und Fed-Signale geben Auftrieb, doch Charttechnik warnt vor einer Bullenfalle.

Die Kernpunkte:
  • Widerstand bei 63.000 Dollar im Fokus
  • Stärkster ETF-Zufluss seit zwei Monaten
  • Fed-Sitzung als nächster Kurstreiber
  • Metaplanet baut Bitcoin-Bestand aus

Bitcoin steht an einer Wegscheide. Nach der schwächsten Monatsbilanz des Jahres kämpft sich der Kurs zurück in Richtung 63.000 Dollar — doch genau dort wartet eine technische Mauer, die schon mehrfach für Rückschläge gesorgt hat. Ob sie hält oder bricht, dürfte die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben.

Zurück über 62.000 Dollar, aber die Luft wird dünn

Zum Wochenschluss notiert Bitcoin bei rund 62.500 Dollar und testet damit erneut die Zone zwischen 63.000 und 63.500 Dollar. Dort verdichten sich gleich drei technische Signale: der 200-Perioden-Durchschnitt, der Punkt mit dem höchsten Handelsvolumen sowie die Fibonacci-Marke bei 63.481 Dollar. Kurzfristige Indikatoren wie SuperTrend und MACD zeigen zwar nach oben, das fallende Volumen beim Anstieg gilt Chartanalysten aber als Warnsignal für einen möglichen Bulltrap. Unterhalb von 63.800 Dollar bleibt der übergeordnete Trend bearisch, solange der 200-Tage-Durchschnitt und die Ichimoku-Wolke nicht überwunden sind.

Der Rücksetzer auf ein 21-Monats-Tief bei 57.749 Dollar Ende Juni liegt damit erst wenige Tage zurück. In der vergangenen Kalenderwoche legte Bitcoin trotzdem um 3,85 Prozent zu — schwächer als etwa Ethereum oder Cardano, aber ein klares Lebenszeichen nach dem schwächsten Monat des Jahres mit einem Minus von 20 Prozent.

ETF-Geld kehrt zurück, Fed liefert das Stichwort

Den Impuls lieferten die Spot-ETFs. Nach zehn Tagen mit Abflüssen verzeichneten sie zuletzt wieder Zuflüsse von 221 Millionen Dollar — der stärkste Einzeltag seit zwei Monaten. Befeuert wurde die Bewegung von Fed-Chef Kevin Warsh, der nachlassende Inflationsrisiken in Aussicht stellte und damit Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik weckte.

Bei den Kurszielen gehen die Meinungen auseinander: Citi senkte sein Zwölfmonatsziel auf 82.000 Dollar und nennt im Bärenfall 53.000 Dollar, während Standard Chartered an seinem Jahresendziel von 100.000 Dollar festhält. Auch auf institutioneller Seite gibt es Bewegung — Metaplanet baute seinen Bestand auf 43.000 Bitcoin aus und rückte damit zum drittgrößten börsennotierten Halter der Kryptowährung auf.

Die nächste Weichenstellung kommt vom Offenmarktausschuss der Fed am 28. und 29. Juli. Bis dahin bleibt die Spanne zwischen 60.000 und 70.000 Dollar das wahrscheinlichste Szenario — ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone bei 63.500 Dollar mit deutlichem Volumen wäre das erste Signal, dass sich daran etwas ändert.

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