BKW Aktie: Anteil an KWO auf 60 Prozent erhöht
BKW erhöht den KWO-Anteil auf 60 Prozent. Für Grimsel und Trift sind Investitionen von 700 bis 800 Millionen CHF vorgesehen.

- BKW steigert KWO-Anteil auf 60 Prozent
- EWB erhöht Beteiligung auf 20 Prozent
- 700 bis 800 Millionen CHF Investitionen geplant
- Aktie erholt sich vom 52-Wochen-Tief
Der Berner Energiekonzern BKW verstärkt seine Position in der heimischen Wasserkraft deutlich. Durch eine Neugestaltung des Aktionariats bei den Kraftwerken Oberhasli (KWO) erhöht das Unternehmen seinen Anteil von bisher 50 auf nun 60 Prozent. Diese strategische Entscheidung sichert dem Konzern langfristig den Zugriff auf eine der bedeutendsten Energiequellen der Schweiz und dient als Puffer gegen regulatorische Veränderungen in anderen Regionen.
Strategische Weichenstellung im Berner Oberland
Die Einigung sieht vor, dass die BKW ihre Mehrheit an der KWO massiv ausbaut. Parallel dazu erhöht Energie Wasser Bern (EWB) die Beteiligung auf 20 Prozent. Im Gegenzug reduzieren die Elektrizitätswerke der Städte Zürich (EWZ) und Basel (IWB) ihre Anteile auf jeweils 10 Prozent.
Ein Zusammenschluss von rund 30 kleineren Berner Energieversorgern geht bei der Aktienverteilung zwar leer aus, sichert sich jedoch gegen eine einmalige Zahlung im tiefen zweistelligen Millionenbereich ab dem Jahr 2042 einen festen Anspruch auf sechs Prozent der produzierten Energie.
Mit 13 Wasserkraftwerken und acht Speicherseen gehört die KWO zu den Eckpfeilern der Schweizer Stromversorgung. Das im Jahr 1925 gegründete Unternehmen versorgt mehrere hunderttausend Menschen und liefert mit einer Jahresproduktion von 2200 bis 2600 Gigawattstunden rund sieben Prozent des im Land erzeugten Stroms. Medienberichten zufolge ist die nun gefundene Lösung ein zentraler Schritt, um die künftige Energieunabhängigkeit in der Region zu festigen.
Kompensation für wegfallende Konzessionen
BKW-Chef Robert Itschner ordnete den Schritt als notwendige Kompensation ein. Die Erhöhung des Anteils soll Verluste ausgleichen, die der BKW durch den sogenannten Heimfall von Konzessionen in anderen Kantonen entstehen. Dabei fallen Kraftwerksanteile nach Ablauf der Konzessionsdauer an die jeweiligen Kantone oder Gemeinden zurück. Bei der KWO läuft die aktuelle Konzession zwar erst 2042 aus, doch die frühzeitige Einigung ist die Basis für anstehende Großprojekte.
Geplant sind Investitionen in einer Größenordnung von 700 bis 800 Millionen CHF. Diese Mittel sollen unter anderem in die Erhöhung der Grimselstaumauer sowie in den Bau des neuen Triftstausees fließen. Über die endgültige Umsetzung der Vereinbarung wird das Berner Kantonsparlament in der kommenden Wintersession entscheiden.
Markt reagiert nach neuem Tiefpunkt stabilisiert
An der Börse zeigt sich die Aktie am heutigen Donnerstag etwas fester und notiert mit einem Plus von 1,3 % bei 131,90 €. Damit kann sich das Papier zunächst von seinem erst gestern erreichten 52-Wochen-Tief bei 129,90 € absetzen.
Der langfristige Trend bleibt jedoch herausfordernd: Seit der Vorlage der Halbjahresergebnisse vor rund zwei Wochen hat der Kurs knapp vier Prozent verloren und bewegt sich derzeit deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 161,90 €.
Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr 2026 derzeit einen Gewinn von etwa 8,78 CHF pro Aktie. Bei der Dividende wird mit einer Ausschüttung von 3,89 CHF gerechnet, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (3,80 CHF) bedeuten würde. Detaillierte Zahlen zum Jahresabschluss 2026 will das Unternehmen am 10. März 2027 vorlegen.
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