Bloom Energy Aktie: 1,07 Milliarden Dollar Umsatz

Trotz Milliardenumsatz und optimistischer Prognose belastet eine neue Klage wegen verschleierter China-Abhängigkeit die Aktie des Brennstoffzellen-Herstellers.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklage wegen China-Lieferkette eingereicht
  • Umsatz übersteigt erstmals Milliardenmarke
  • Prognose für 2026 deutlich angehoben
  • Aktie trotzdem unter 52-Wochen-Hoch

Bloom Energy steckt in einem Widerspruch. Auf der einen Seite meldet der Brennstoffzellen-Hersteller den besten Umsatz seiner Geschichte. Auf der anderen Seite wirft eine neue Sammelklage dem Unternehmen vor, jahrelang über seine Abhängigkeit von China gelogen zu haben. Die Aktie notiert bei 195,60 Euro und hat allein in den vergangenen 30 Tagen fast ein Viertel ihres Wertes verloren.

Vorwurf: Verschleierte China-Abhängigkeit

Am Dienstag wurden Details einer Sammelklage bekannt, die sich gegen Bloom Energy richtet. Als Beklagter genannt wird auch Maciej Kurzymski, der frühere kommissarische Finanzchef des Unternehmens. Im Kern geht es um die Frage, ob Bloom Energy seine Lieferkette falsch dargestellt hat.

Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, zwischen Februar 2025 und Juli 2026 fälschlich behauptet zu haben, es gebe keine wesentliche Abhängigkeit von China bei kritischen Materialien. Tatsächlich soll Bloom Energy das Element Scandium – ein Schlüsselbestandteil der Festoxid-Brennstoffzellen – über Zwischenhändler mit engen China-Verbindungen bezogen haben. Ein Bericht im Juli hatte bereits einen Kurseinbruch von 5,7 Prozent am US-Markt ausgelöst. Die jetzt öffentlich gewordenen Klageschriften verschärfen den Druck auf die Zuverlässigkeit der dezentralen Stromversorgung, mit der Bloom Energy wirbt.

Umsatz erstmals über einer Milliarde Dollar

Der juristische Ärger trifft ein Unternehmen, das operativ gerade eine Bestmarke aufgestellt hat. Am 28. Juli meldete Bloom Energy für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,07 Milliarden Dollar – erstmals über der Milliarden-Schwelle. Das entspricht einem Plus von 165,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vom schnellen Ausbau von KI-Rechenzentren.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,78 Dollar und übertraf die Analystenschätzung von rund 0,40 Dollar deutlich. Das Management hob daraufhin die Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 3,9 bis 4,2 Milliarden Dollar an. Trotz dieser Zahlen notiert die Aktie noch immer 36,60 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro, das Ende Juni erreicht wurde.

Technisches Bild: Abkühlung nach Höhenflug

Der aktuelle Kurs liegt 12,50 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 223,53 Euro. Das deutet auf eine technische Verschnaufpause nach dem steilen Anstieg der vergangenen Monate hin. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt aber intakt: Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 157,33 Euro, deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Die Investmentbank Mizuho Securities stufte die Aktie kürzlich auf „Outperform“ hoch und nennt ein Kursziel von 242 Dollar. Als Argumente führen die Analysten die 25-Milliarden-Dollar-Finanzierungspartnerschaft mit Brookfield an sowie den Liefervertrag über ein Gigawatt Kapazität mit American Electric Power. Beide Deals gelten als Beleg für langfristiges Wachstumspotenzial – trotz der aktuellen rechtlichen Turbulenzen.

Wettlauf gegen die Zeit bei KI-Stromversorgung

Bloom Energys größter Trumpf bleibt das sogenannte „Time-to-Power“-Problem der Branche. Stromnetze kommen mit dem explodierenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren kaum hinterher. Bloom Energys Festoxid-Technologie bietet dafür eine vor Ort installierbare Alternative – und genau das erklärt das Interesse großer Partner wie Brookfield und AEP.

Die operative Marge expandierte im zweiten Quartal auf 34,3 Prozent. Ob das Unternehmen dieses Niveau halten kann, während die Sammelklage läuft, wird die kommenden Monate bestimmen. Die Frist für Anleger, sich als Lead Plaintiff zu melden, läuft Ende September ab – bis dahin dürfte die für Bloom Energy typische hohe Kursschwankung anhalten.

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