Bloom Energy Aktie: 130 Prozent Umsatzwachstum im Q1

Trotz Führungswechsel bei einem Großprojekt in Wyoming profitiert Bloom Energy stark von der KI-Nachfrage und steigert den Umsatz massiv.

Die Kernpunkte:
  • Projekt Jade in Wyoming mit neuem Partner
  • KI-Boom treibt Nachfrage nach Brennstoffzellen
  • Umsatzsprung um 130 Prozent im ersten Quartal
  • Jahresprognose auf bis zu 3,8 Milliarden Dollar angehoben

Der Aktie von Bloom Energy rauschen die Kurse seit Wochen wild hin und her. Am Montag legt sie um 6,7 Prozent auf 238,50 Euro zu. Ein Zeichen, dass Anleger aufatmen, aber die Unsicherheit bleibt.

Das Unternehmen steckt in einem paradoxen Moment: Einem gigantischen Projekt in Wyoming droht eine Führungskrise. Gleichzeitig beschert der KI-Boom Bloom Energy eine historische Nachfrage und explosive Umsätze.

Das Hin und Her um Projekt Jade

Ursprünglich sollte Crusoe Energy Systems in Cheyenne, Wyoming, das riesige Rechenzentrum „Project Jade“ entwickeln. Für die erste Phase der 1,8-Gigawatt-Anlage waren Brennstoffzellen von Bloom vorgesehen – ein Auftrag über 900 Megawatt.

Doch am 10. Juni stoppte Crusoe die Arbeiten – auf Wunsch eines Kunden. Die Bloom-Aktie brach daraufhin um über zehn Prozent ein. Anleger fürchteten um die Umsatzpipeline.

Allerdings: Der lokale Energieversorger Black Hills widersprach. Die Anlage sei auf seiner Seite nicht pausiert, ein Kunde arbeite direkt mit Black Hills weiter. Berichten zufolge drängte Google als Mieter Crusoe zum Rückzug, weil Kosten und Zeitplan nicht passten. Black Hills übernimmt nun die Führung – der Zeitplan bleibt laut dem Unternehmen intakt.

Ein Analyst von RBC Capital bestätigte sein „Outperform“-Rating. Der Projektfahrplan habe sich nicht geändert, auch wenn Crusoe nicht mehr Partner sei.

Der KI-Hunger treibt das Geschäft

Trotz des Wyoming-Durcheinanders läuft Bloom Kerngeschäft blendend. Der Grund: Künstliche Intelligenz frisst Unmengen Strom. Goldman Sachs prognostiziert, dass sich der US-Strombedarf von Rechenzentren bis 2027 mehr als verdoppelt – von 31 auf 66 Gigawatt.

Bloom liefert stationäre Brennstoffzellen, die rund um die Uhr zuverlässig laufen. Perfekt für KI-Cluster.

Großaufträge untermauern den Trend: Mit Oracle besteht ein Rahmenvertrag über bis zu 2,8 Gigawatt. 1,2 Gigawatt sind bereits beauftragt. Die Zusammenarbeit mit Nebius ist auf zehn Jahre angelegt und 2,6 Milliarden Dollar schwer. Hinzu kommt eine Partnerschaft mit Brookfield, die bis zu fünf Milliarden Dollar für KI-Datenzentren vorsieht.

Zahlen, die begeistern – und Risiken, die bleiben

Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 130 Prozent auf 751 Millionen Dollar. Das Produktgeschäft legte sogar um 208 Prozent zu. Der operative Cashflow erreichte 73,6 Millionen Dollar. Das Management hob die Jahresprognose auf 3,4 bis 3,8 Milliarden Dollar an – ein Plus von rund 80 Prozent.

Die Aktie notiert 17 Prozent über ihrem 50-Tage-Schnitt. Allerdings liegt sie 15 Prozent unter dem Rekordhoch von 282 Euro aus dem Mai.

Bloom profitiert massiv vom KI-Trend. Doch das Wyoming-Beispiel zeigt: Die Abhängigkeit von einzelnen Megaprojekten ist ein Risiko. Sieg oder Niederfall sind nur einen Bauverzug entfernt.

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