Bloom Energy Aktie: Q2-Zahlen am 28. Juli

Trotz Short-Attacken und Kursverlusten von 32 Prozent bekräftigen mehrere Analysten ihre Kaufempfehlung für Bloom Energy.

Die Kernpunkte:
  • RBC Capital hält an Kaufempfehlung fest
  • Jefferies erhöht Kursziel, bleibt aber vorsichtig
  • Zwei Short-Seller-Reports belasten Aktie
  • Quartalszahlen am 28. Juli erwartet

Zwei Short-Seller-Reports in einem Monat, eine Aktie, die 32 Prozent unter ihrem Jahreshoch notiert — und trotzdem raten mehrere Analysten zum Kauf. Bei Bloom Energy klaffen Wall-Street-Einschätzung und Kursverlauf gerade deutlich auseinander.

Die Aktie des Brennstoffzellen-Herstellers schloss am Mittwoch bei 208,50 Euro. Das liegt rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 308,50 Euro, das erst am 25. Juni erreicht wurde. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen verlor das Papier 7,3 Prozent, auf Monatssicht sind es fast 14 Prozent.

RBC Capital widerspricht den Short-Sellern

RBC Capital bekräftigt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 335 US-Dollar — und stellt sich damit direkt gegen die jüngsten Short-Reports. Diese hatten Zweifel an Bloom Energys Scandium-Lieferkette gesät und geopolitische Risiken angeführt.

Die Bank sieht in den Berichten handfeste Fehler. So würden die Materialverbrauchsschätzungen die Einsparungen der vergangenen zehn Jahre ignorieren. Zudem vermischten die Kritiker aktuelle Liefermengen mit verfügbaren Kapazitäten, so RBC Capital. Den Punkt zur Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferland hält die Bank zwar für berechtigt, sieht ihn aber durch frühere Offenlegungen des Unternehmens — etwa in einer 8-K-Mitteilung und einem Blogbeitrag — bereits ausreichend adressiert. RBC Capital empfiehlt daher, die Kursschwäche zum Einstieg zu nutzen.

Auch andere Häuser stellen sich hinter das Unternehmen. Mizuho bestätigt sein neutrales Rating mit einem Kursziel von 285 Dollar, Baird bleibt bei „Outperform“ und einem Ziel von 310 Dollar. Beide Banken gehen explizit auf die Scandium-Vorwürfe ein.

Jefferies erhöht das Ziel, bleibt aber vorsichtig

Nicht alle Reaktionen fallen eindeutig positiv aus. Jefferies hebt sein Kursziel von 207 auf 246 Dollar an, belässt die Aktie aber auf „Hold“. Als Grund nennt die Bank die Bewertung: Sie sei bereits zu hoch für ein Upgrade.

Die Anhebung des Kursziels spiegelt eine Mischung aus langfristigem Optimismus und kurzfristiger Zurückhaltung. Jefferies rechnet nun mit einem EBITDA von 4,3 Milliarden Dollar bis 2030 — das liegt unter dem Konsens von 4,7 Milliarden Dollar. Der wachsende Strombedarf von KI-Rechenzentren und prominente Verträge wie Oracles Project Jupiter sowie die erweiterte Brookfield-Finanzierung stärken laut Jefferies die Marktposition deutlich.

Allerdings bergen zentrale Projekte weiterhin Genehmigungs- und Vertragsrisiken. Die Bank verweist konkret auf die AEP-Wyoming-Vereinbarung und Verzögerungen bei der Luftgenehmigung für Project Jupiter. Ein erheblicher Teil des Auftragsbestands trägt damit ein spürbares Ausführungsrisiko. Aus Sicht von Jefferies preist die aktuelle Bewertung bereits ein sehr günstiges Szenario bis 2030 ein — Spielraum nach oben bleibe kaum.

Short-Seller erhöhen weiter den Druck

Die gemischten Analystenstimmen treffen auf eine Aktie, die zunehmend von Wetten gegen sie geprägt ist. Bloom Energy steht in diesem Monat gleich zwei Short-Seller-Reports gegenüber: Hunterbrook Capital wirft dem Unternehmen eine zu starke Abhängigkeit von chinesischem Scandium vor, Crossroads Capital legte kurz darauf eine eigene Short-Position offen.

Das technische Bild zeigt das Tauziehen zwischen Optimisten und Pessimisten deutlich. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 243,33 Euro — der aktuelle Kurs damit rund 14 Prozent darunter. Der RSI von 42 signalisiert weder eine überkaufte noch überverkaufte Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 111,6 Prozent zeigt aber, wie heftig die Stimmung in beide Richtungen ausschlägt.

Die langfristige Rally bleibt intakt

Trotz des Rücksetzers der vergangenen Wochen bleibt die längerfristige Kursentwicklung beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 147,65 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sind es 882,33 Prozent. Der Kurs notiert zudem 46 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 142,67 Euro — der übergeordnete Aufwärtstrend der vergangenen zwölf Monate ist also trotz der Sommerschwäche intakt.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den 28. Juli. An diesem Tag legt Bloom Energy seine Zahlen zum zweiten Quartal vor — die erste Gelegenheit für das Management, offiziell und mit geprüften Finanzdaten auf beide Short-Reports zu reagieren. Bis dahin dürften die Analystenkommentare der Aktie die Richtung vorgeben: RBCs Widerspruch gegen die Scandium-Vorwürfe und die Kaufempfehlung stehen gegen Jefferies‘ vorsichtige Haltung zur Bewertung — während die aktiven Short-Positionen weiter auf die Lieferketten-Story zielen.

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