BMW Aktie: 116.807 Elektroautos im Halbjahr
BMW steigert E-Auto-Verkäufe deutlich, leidet aber unter rückläufigen Auslieferungen in China. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief.

- Weltweite Auslieferungen sinken um 4,2 Prozent
- Stromer-Absatz wächst um 5,2 Prozent
- China-Geschäft belastet Konzernbilanz
- Jahresprognose bereits im Mai gesenkt
Mehr Elektroautos, aber weniger Gesamtabsatz: Bei BMW klaffen die Halbjahreszahlen für 2026 auseinander. Die Stromer-Sparte legt deutlich zu, doch die Schwäche in China drückt den Konzern insgesamt ins Minus. An der Börse bleibt die Aktie nahe ihrem Jahrestief hängen.
Regionales Gefälle bei den Auslieferungen
Weltweit lieferte die BMW Group im ersten Halbjahr rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus. Das ist ein Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Regional zeigt sich ein klares Gefälle. In Europa legte der Absatz um 5,4 Prozent zu, in den USA um 3,9 Prozent. BMW wächst damit in Amerika stärker als der Gesamtmarkt.
Vertriebsvorstand Jochen Goller sieht darin ein positives Signal: „Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern. Die Neue Klasse zeigt weiterhin ein starkes Momentum, mit dem BMW iX3 sind wir auf Kurs für den nächsten großen Meilenstein von 100.000 Auftragseingängen.“ Auch beim zweiten Modell der neuen Baureihe läuft es gut: „Auch der BMW i3 als zweites Modell der Neuen Klasse erfreut sich kurz nach dem vorgezogenen Bestellstart bereits großer Nachfrage.“
Elektromodelle treiben das Wachstum
Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt bei den Stromern. Zwischen April und Juni 2026 lieferte die BMW Group 116.807 vollelektrische Fahrzeuge der Marken BMW und Mini aus, ein Plus von 5,2 Prozent. Vor allem in Europa, wo der iX3 zuerst startete, wuchs die Nachfrage stark.
Auch Mini legt zu. Die britische Marke verkaufte 149.538 Fahrzeuge, ein Wachstum von 11,7 Prozent zum Vorjahr. Damit wächst Mini bereits das sechste Quartal in Folge. Weltweit waren die vollelektrischen Mini-Modelle der stärkste Wachstumstreiber im Konzern.
Bei Rolls-Royce zeigt sich das Gegenteil. Die Marke lieferte im ersten Halbjahr 2523 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 9,8 Prozent.
China bremst weiter
Der globale Wachstumsmix kann die Schwäche im wichtigsten Einzelmarkt nicht ausgleichen. Im zweiten Quartal hat sich die negative Entwicklung in China weiter beschleunigt, vor allem bei Fahrzeugen ohne Elektroantrieb. Die China Passenger Car Association hat ihre Marktprognose für das Gesamtjahr mehrfach nach unten korrigiert.
Das verschärft den Wettbewerb in China und der Region Asien-Pazifik zusätzlich. Die positiven Zahlen aus Europa und den USA reichen nicht, um diese Schwäche auszugleichen. Zusätzlich belastet der Konflikt im Nahen Osten weiterhin das Geschäft.
Pre-Close Call und gesenkte Jahresziele
Am heutigen Freitag stellt sich das Management im Pre-Close Call den Fragen institutioneller Investoren. Laut dem IR-Kalender von BMW läuft die Veranstaltung von 14:00 bis 14:45 Uhr. Im Mittelpunkt dürften die aktuellen Auslieferungszahlen stehen – und die im Juni gesenkte Jahresprognose.
Bereits im Mai hatte der Vorstand die Ziele für 2026 nach unten korrigiert. BMW erwartet nun einen leichten Rückgang bei den Auslieferungen im Automobilsegment. Die EBIT-Marge soll nur noch zwischen 1 und 3 Prozent liegen, statt zuvor 4 bis 6 Prozent.
Konzernchef Milan Nedeljković setzt auf das Produktportfolio als Hoffnungsträger: „Wir haben ein starkes Produktmomentum: Mit der NEUEN KLASSE bringen wir in den nächsten beiden Jahren das stärkste BMW Portfolio der Geschichte auf die Straße. Gleichzeitig werden wir unsere aktuellen Strukturen und Prozesse an die sich drastisch verschärfenden Marktbedingungen anpassen. Unsere unternehmerische Verantwortung gebietet es deswegen, dass wir unsere laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen. Es geht um Geschwindigkeit und Effizienz.“
Ausblick
Der vollständige Halbjahresbericht mit Finanzzahlen zum zweiten Quartal kommt planmäßig am 30. Juli 2026. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen den Wachstumssignalen aus dem Elektro-Segment und der China-Schwäche schwanken.
Der Kurs liegt aktuell bei 58,28 Euro, nur rund zwei Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro aus Ende Juni. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 40 Prozent verloren, der RSI von 31 deutet auf eine überverkaufte Lage hin.
BMW-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BMW-Analyse vom 10. Juli liefert die Antwort:
Die neusten BMW-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BMW-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BMW: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




