BMW Aktie: 2 Milliarden Rückkauf bis Frühjahr 2027

BMW hält an milliardenschwerem Aktienrückkauf fest, trotz gesenkter Jahresprognose und schwachem China-Geschäft. Analysten sehen Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust von 37 Prozent seit Jahresbeginn
  • Konzern kauft eigene Aktien für 29 Millionen Euro
  • Rückkaufprogramm bis Frühjahr 2027 geplant
  • EU-Zölle auf chinesische Hybride als kurzfristiger Impuls

Die BMW-Aktie befindet sich im freien Fall. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um 37 Prozent ein. Der Münchner Autobauer reagiert auf den Druck mit einem bemerkenswerten Schritt. Trotz einer frischen Gewinnwarnung kauft das Management unbeirrt eigene Aktien zurück.

Aktienrückkäufe trotz Krise

Allein Mitte Juni erwarb der Konzern über die Handelsplattform Xetra rund 423.000 Stammaktien. Dafür flossen fast 29 Millionen Euro. Die Maßnahme gehört zur zweiten Tranche eines groß angelegten Programms.

Bis Frühjahr 2027 will BMW Papiere für bis zu zwei Milliarden Euro vom Markt nehmen. Das Ziel: Die Aktien werden eingezogen. Damit sinkt das Grundkapital, was den Wert der verbleibenden Anteile stützt.

Die Strategie überrascht den Markt. Schließlich hatte der Vorstand kurz zuvor die Jahresprognose für 2026 drastisch gekappt. Die Gründe dafür liegen vor allem im schwachen China-Geschäft und den anhaltenden Belastungen durch den Nahostkonflikt. Zusätzlich drücken geplante Umbaukosten auf das Ergebnis im zweiten Halbjahr.

Analysten sehen Potenzial für mehr

Christian Frenes von Goldman Sachs sieht in dem Festhalten am Rückkaufprogramm ein starkes Signal. Er hält sogar eine Ausweitung der Käufe für möglich, da die Aktie massiv an Wert verloren hat.

Die Dividende dürfte hingegen schrumpfen. Die Ausschüttungsquote bleibt zwar bei 30 bis 40 Prozent. Da der Gewinn sinkt, fällt aber auch der absolute Betrag für die Aktionäre kleiner aus als im Vorjahr.

Zölle bieten nur kurze Erleichterung

Kurzfristigen Rückenwind lieferte zuletzt die Politik. Die Europäische Union plant offenbar Einfuhrzölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Bisher umgehen Hersteller aus Fernost die bestehenden E-Auto-Zölle oft durch den Export dieser Mischantriebe. Die Nachricht bescherte der BMW-Aktie eine leichte Erholung auf aktuell 60,38 Euro.

UBS-Analyst Patrick Hummel dämpft die Erwartungen. Er schätzt den positiven Effekt als gering ein. Chinesische Autobauer verlagern ihre Produktion ohnehin zunehmend direkt nach Europa. Der Wettbewerbsdruck bleibt also hoch. Das zeigt auch ein Blick auf die Technik. Der RSI-Indikator liegt bei 20,5 und signalisiert eine massiv überverkaufte Aktie.

Der nächste Meilenstein steht Ende Juli an. Dann veröffentlicht BMW den Halbjahresbericht. Die Zahlen werden erstmals das genaue Ausmaß der Schwäche im Frühjahr beziffern. Parallel dazu treibt der Konzern seine Elektro-Offensive voran. Bis 2027 rollen mehr als 40 neue Modelle auf den Markt.

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