BMW Aktie: 20 Prozent Minus in China

Peking senkt Grenze für Luxusabgabe drastisch, was Absätze deutscher Premiumhersteller in China einbrechen lässt.

Die Kernpunkte:
  • Luxussteuer-Schwelle in China gesenkt
  • Auslieferungen deutscher Hersteller fallen stark
  • BMW verliert 20 Prozent Absatz in China
  • Elektro-Zuwächse in Europa als Gegengewicht

Eine Steueränderung in China setzt BMW und der gesamten deutschen Premiumklasse zu. Die Regierung in Peking hat die Schwelle für die Luxussteuer auf Fahrzeuge deutlich gesenkt. Die Folge: Auslieferungen brechen ein, und Anleger reagieren nervös.

Steuerschwelle sorgt für Absatzeinbruch

China hat die Grenze, ab der die Luxusabgabe greift, von 1,3 Millionen Yuan auf 900.000 Yuan gesenkt. Das entspricht derzeit rund 116.000 Euro für Neufahrzeuge ohne Mehrwertsteuer. Die Regel gilt seit einem Jahr und trifft vor allem teure Importmodelle.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß. Im ersten Halbjahr sanken die Auslieferungen von Porsche in China um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Mercedes brach der Pkw-Absatz um 28 Prozent ein, BMW verlor 20 Prozent, Audi 19 Prozent.

BMW selbst spielt die Auswirkungen herunter. Der gesenkte Schwellenwert habe „kaum Auswirkungen auf unseren Gesamtabsatz im Markt“, teilte der Konzern mit. Die Steuer betreffe nur einzelne Oberklassemodelle, die von einer kleinen, kaufkräftigen Kundenschicht geordert würden.

Der Verband der Automobilindustrie sieht das anders. Die Anpassung habe sich „erwartbar besonders negativ zulasten europäischer und insbesondere deutscher Hersteller“ ausgewirkt, so eine VDA-Sprecherin. Sie ziele gezielt auf besonders werthaltige Fahrzeuge. Die Maßnahme dämpfe zudem die ohnehin schwache Verbraucherstimmung in China und belaste das Handelsklima zwischen EU und China.

Markt verschiebt sich strukturell zu Elektroautos

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wirkt der Steuermechanismus nicht nur kurzfristig. Er verändert die Wettbewerbsdynamik zwischen importierten Verbrennern und heimischen Elektromodellen dauerhaft. Chinesische Premium-Stromer im Preisband zwischen 900.000 und 1,3 Millionen Yuan zahlen strukturell weniger Steuer als importierte Verbrenner derselben Klasse.

Auch der Generalsekretär des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA bestätigt: Die gesenkte Schwelle hat den Markt strukturell verändert. Für BMW bleiben damit zwei Wege. Der Konzern kann die Zusatzlast über höhere Preise weiterreichen und damit Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Oder er trägt die Kosten aus der eigenen Marge.

Beide Varianten schlagen am Ende auf die Investitionsbudgets durch. Diese fließen derzeit vor allem in gestraffte Modellpaletten und europäische Werke.

Aktie nahe Jahrestief

Der Kurs notiert aktuell bei 58,02 Euro und damit nur noch 2,29 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 15. Juli. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 37,81 Prozent verloren. Der RSI von 34,5 signalisiert eine überverkaufte, aber noch nicht stabilisierte Lage.

Während der chinesische Markt weiter Sorgen bereitet, verzeichnet BMW bei Elektrofahrzeugen in Europa deutliche Zuwächse. Vor allem der neue BMW iX3 gilt dort als Wachstumstreiber. Ob diese europäische Stärke die China-Schwäche ausgleichen kann, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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