BMW Aktie: 30 Prozent Minus in China
BMW verzeichnet einen massiven Absatzeinbruch in China, der den Aktienkurs auf ein Jahrestief drückt und die jüngste Gewinnwarnung bestätigt.

- China-Absatz stürzt um 30 Prozent ab
- Aktie fällt auf 57,58 Euro
- Europa und USA legen zu
- Neuer iX3 soll Impulse bringen
BMW rutscht in China tief in die roten Zahlen. Der Absatz brach im zweiten Quartal um 30 Prozent ein. Die Aktie notiert bei 57,58 Euro, nur einen Prozentpunkt über ihrem 52-Wochen-Tief von 57,00 Euro.
Auslieferungen brechen ein
Im zweiten Quartal lieferte BMW weltweit 590.962 Autos aus. Das sind 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Vor zwölf Monaten hatte der Konzern für denselben Zeitraum noch einen leichten Zuwachs gemeldet.
Besonders hart traf es die Kernmarke BMW. Sie musste einen Rückgang um 7,7 Prozent auf 508.675 Fahrzeuge hinnehmen. Mini lief dagegen deutlich besser: Der Absatz stieg um 17 Prozent auf 81.035 Autos.
Der Haupttreiber der Schwäche liegt eindeutig in China. Dort sackte der Absatz um 30 Prozent auf 117.815 Autos ab. Mit genau diesem Markt hatte BMW erst kürzlich seine Gewinnwarnung begründet.
Europa und USA fangen den Einbruch nicht auf
In Europa wuchs der Absatz um 5,4 Prozent auf 260.173 Autos. In den USA legte BMW um 9,5 Prozent auf 134.405 Fahrzeuge zu. Beide Zuwächse reichen nicht, um das chinesische Minus auszugleichen.
Beim Elektroauto-Geschäft läuft es besser. BMW und Mini lieferten zusammen 116.807 vollelektrische Fahrzeuge aus, ein Plus von 5,2 Prozent. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz steht BMW noch gut da: Mercedes verlor 6 Prozent auf 511.900 Autos, Audi sogar gut 8 Prozent auf 367.139 Fahrzeuge.
Strukturelles Problem statt reiner Preisfrage
Der China-Rückgang ist kein kurzfristiger Ausrutscher. Im ersten Halbjahr insgesamt sank der Absatz dort um 20,4 Prozent. Weltweit fällt das Minus mit 4,2 Prozent deutlich moderater aus, weil Europa und die USA gegensteuern.
Eine tiefere Ursache liegt jenseits der Preisgestaltung. Der Kostendruck aus München wirkt sich bereits auf Zulieferer aus. BMW vergibt inzwischen weniger externe Entwicklungsaufträge, um Kosten zu senken.
Management setzt auf neue Modelle
Vertriebsvorstand Jochen Goller verweist auf die Stärke in den westlichen Märkten. „Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern“, sagte er. Für den neuen iX3 rechnet BMW mit rund 100.000 Auftragseingängen.
Charttechnisch zeigt sich der Verkaufsdruck deutlich. Der RSI liegt bei 29,3 und signalisiert eine überverkaufte Aktie. Der Kurs notiert 15,76 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 30 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Die schwachen China-Zahlen bestätigen die Gewinnwarnung vom Juni. Investoren blicken nun auf den vollständigen Halbjahresbericht. Er soll zeigen, wie stark die Sparmaßnahmen die Profitabilität tatsächlich stützen können.
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