BMW Aktie: 510.000 Aktien zurückgekauft
BMW kauft trotz schwachem Aktienkurs und China-Absatzminus eigene Aktien zurück und baut Batteriepartnerschaft mit Rimac aus.

- 510.000 Aktien in einer Woche zurückgekauft
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 56,72 Euro
- China-Absatz bricht um 20,4 Prozent ein
- Batteriekooperation mit Rimac vereinbart
BMW hat sein laufendes Aktienrückkaufprogramm auch in der zweiten Julihälfte unvermindert fortgesetzt – und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Aktie so tief steht wie seit einem Jahr nicht mehr. Zwischen dem 13. und dem 19. Juli 2026 erwarb die BMW AG insgesamt 510.000 eigene Stammaktien über Xetra, wie das Unternehmen in seiner 54. Zwischenmeldung zum Rückkaufprogramm 2025/2027 mitteilte.
Rückkäufe trotz schwacher Kursentwicklung
Die täglichen Kaufvolumina zeigen, dass der Konzern auch bei fallenden Notierungen konsequent zugriff: Am 13. Juli wurden 110.000 Aktien zu 58,1342 Euro erworben, am 14. Juli weitere 120.000 Stück zu 57,5125 Euro – dem niedrigsten Preis der Woche. Am 15. Juli, dem Tag, an dem die Aktie mit 56,72 Euro ihr 52-Wochen-Tief markierte, kaufte BMW 110.000 Aktien zu 57,8680 Euro. Am 16. und 17. Juli folgten weitere 80.000 respektive 90.000 Stück zu 58,6608 beziehungsweise 58,7192 Euro. Der Rückkauf lief damit mitten durch die Talsohle des Jahres.
Aktuell notiert die Aktie bei 58,32 Euro und damit nur noch 2,82 Prozent über diesem Jahrestief – ein Hinweis darauf, wie nah der Titel weiterhin an seinem Mehrjahrestief handelt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 37,49 Prozent verloren, ein Rückgang, der die Dimension des Kursverfalls verdeutlicht, in dem sich das Rückkaufprogramm bewegt.
Absatzschwäche in China belastet die Bilanz
Der Kursdruck speist sich auch aus operativen Zahlen. Laut einer Auswertung des Center Automotive Research (CAM) zu den Absatztrends von 20 globalen Automobilherstellern verkaufte BMW im ersten Halbjahr 2026 weltweit 4,2 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus: Dort brachen die BMW-Verkäufe um 20,4 Prozent ein. Der chinesische Gesamtmarkt schrumpfte im ersten Halbjahr um 20,2 Prozent, während Wettbewerber wie Mercedes mit einem Minus von 28,3 Prozent noch stärker litten und Volkswagen ein Minus von 25,9 Prozent verzeichnete. Über alle 20 untersuchten Hersteller hinweg sank der Absatz um 2,8 Prozent auf 37,3 Millionen Fahrzeuge, während Anbieter wie Tesla mit einem Plus von 16,3 Prozent oder Stellantis mit 10,8 Prozent zulegten.
Batteriepartnerschaft mit Rimac und neues Aftermarket-Produkt
Auf der strategischen Seite meldete BMW zugleich Fortschritte im Elektroantrieb. Der kroatische Spezialist Rimac Technology und die BMW Group gaben eine langfristige Partnerschaft zur Entwicklung von Hochvoltbatterien bekannt. Rimac soll dafür am eigenen Campus bei Zagreb automatisierte Fertigungslinien aufbauen, die künftige BMW-Modelle ab der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre beliefern. Für Rimac ist es nach eigenen Angaben das bislang größte Projekt dieser Art.
Ergänzend baut BMW sein Ersatzteil- und Zubehörgeschäft aus: Der schwedische Ladegerätehersteller CTEK bringt sein Modell CS ONE Gen. 2 als Co-Branding-Produkt in das BMW-Group-Aftermarket-Portfolio ein. Das Ladegerät mit adaptiver APTO-Technologie und App-Anbindung unterstützt sowohl Blei-Säure- als auch Lithium-Batterien; die Auslieferung soll im dritten Quartal 2026 beginnen.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der operativen Seite drückt der China-Einbruch weiter auf die Absatzzahlen, während der Konzern mit dem Rückkaufprogramm und neuen Partnerschaften im Batteriegeschäft langfristig Substanz aufbaut. Mit einem RSI von 35,5 gilt die Aktie charttechnisch als eher überverkauft, was das beharrliche Rückkauftempo aus Sicht des Managements zusätzlich erklären dürfte.
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