BMW Aktie: 625 Millionen Rückkauf bis November

BMW setzt dritte Rückkauf-Tranche über 625 Millionen Euro um, trotz Aktie nahe Jahrestief und gesenkter Prognose.

Die Kernpunkte:
  • Dritte Rückkauf-Tranche gestartet
  • Volumen von bis zu 625 Millionen Euro
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Prognosekürzung belastet Kurs

BMW zieht sein Aktienrückkaufprogramm durch – trotz eines Kurses nahe dem Jahrestief. Seit dem 1. Juli 2026 läuft die dritte Tranche des Programms 2025/2027. Der Konzern will bis zu 625 Millionen Euro in eigene Stammaktien investieren. Der Zeitpunkt wirkt fast trotzig: Die Aktie notiert nur wenige Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief.

Dritte Tranche mit bis zu 625 Millionen Euro

Die dritte Tranche läuft bis spätestens zum 30. November 2026. BMW darf in diesem Zeitraum bis zu 44 Millionen Stammaktien kaufen.

Das Gesamtprogramm 2025/2027 hat ein Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro. Der Abschluss ist spätestens für den 30. April 2027 geplant.

Der Zweck ist klar: BMW will die zurückgekauften Aktien einziehen und damit das Grundkapital senken. Das Unternehmen kann die Aktien auch an Mitarbeiter übertragen – im Rahmen eines Mitarbeiteraktienprogramms.

Zweite Tranche vorzeitig abgeschlossen

Die neue Phase folgt auf zwei bereits abgeschlossene Tranchen. BMW beendete die erste Tranche am 8. Dezember 2025.

Die zweite Tranche war ursprünglich bis zum 31. August 2026 geplant. BMW schloss sie jedoch bereits am 26. Juni 2026 ab – deutlich früher als angekündigt.

Über die ersten beiden Tranchen hinweg kaufte BMW insgesamt 15.750.628 Stammaktien zurück. Hinzu kamen 1.773.313 Vorzugsaktien.

Der Gesamtkaufpreis dafür lag bei rund 1,37 Milliarden Euro. Davon gingen 589.020 Stammaktien an Mitarbeiter im Rahmen des Aktienprogramms 2025.

Allein zwischen dem 22. und 28. Juni 2026 kaufte BMW zusätzlich 1.890.895 Stammaktien zurück.

Die zweite Tranche selbst umfasste 8.252.475 Stammaktien für rund 625 Millionen Euro.

Der durchschnittliche Erwerbspreis lag bis zum 26. Juni 2026 bei 78,73 Euro je Stammaktie. Vorzugsaktien kosteten im Schnitt 76,13 Euro.

Kurs bleibt unter Druck

Die BMW-Aktie schloss am Mittwoch bei 58,50 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 19,88 Prozent zu Buche.

Seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 39,01 Prozent.

In der vergangenen Woche fiel der Kurs um weitere 4,04 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf 26,10 Prozent.

Damit liegt der Kurs nur 2,52 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro. BMW markierte dieses Tief erst am 30. Juni 2026.

Vom Rekordhoch bei 97,90 Euro trennen die Aktie inzwischen 40,25 Prozent.

Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen die Schwäche. Der Schlusskurs liegt 18,67 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 71,93 Euro.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 82,84 Euro beträgt der Abstand sogar 29,38 Prozent. Der RSI von 24,9 deutet auf eine überverkaufte Aktie hin.

Die 30-Tage-Volatilität liegt bei 29,51 Prozent – ein deutlich erhöhter Wert.

Für Anleger ist der Rückkauf deshalb mehr als eine reine Kapitalmaßnahme. Er ist auch ein Signal: BMW hält trotz operativer Probleme an seiner Kapitalrückführung fest.

Prognosekürzung bleibt der Gegenpol

Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt die gesenkte Jahresprognose. BMW passte die Erwartungen für 2026 bereits am 16. Juni 2026 an.

Der Konzern nannte drei Gründe: die schwache Entwicklung in China, den Konflikt im Nahen Osten und zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen.

Für das Segment Automobile kappt BMW die EBIT-Marge-Prognose deutlich. Statt der bisherigen 4 bis 6 Prozent rechnet der Konzern nun nur noch mit 1 bis 3 Prozent.

Beim Konzernergebnis vor Steuern erwartet BMW nun einen deutlichen Rückgang. Zuvor war nur von einem moderaten Rückgang die Rede.

Trotz der Kürzung hält BMW an der Kapitalrückführung fest. Im Segment Automobile erwartet der Konzern einen freien Cashflow von über 2,5 Milliarden Euro.

Die Ausschüttungsquote soll bei 30 bis 40 Prozent des Aktionärsergebnisses liegen. Das laufende Rückkaufprogramm bleibt davon unberührt.

Der nächste Stimmungstest folgt am 30. Juli 2026, wenn BMW seinen Halbjahresbericht vorlegt. Bis dahin bleibt der Aktienrückkauf das deutlichste Signal in einem sonst schwierigen Umfeld.

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