BMW Aktie: 71-Euro-Kursziel von HSBC
HSBC hebt BMW-Aktie auf „Buy“ und sieht nach Prognosesenkung geringeres Risiko weiterer Gewinnwarnungen.

- HSBC stuft BMW auf „Buy“ hoch
- Prognosesenkung senkt Risiko für weitere Warnungen
- Absatz in China bricht um 30 Prozent ein
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief
Die britische Großbank HSBC stufte die Aktie des Münchner Autobauers am 17. Juli 2026 von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 71 Euro. Analyst Mike Tyndall begründete den Schritt damit, dass die im Juni gesenkten Jahresziele die Risiken im China-Geschäft nun realistischer widerspiegelten. Das Risiko weiterer Gewinnwarnungen sei nach der Prognoseanpassung deutlich gesunken, viele Probleme seien bereits eingepreist, so die Einschätzung.
Auch die Deutsche Bank AG hatte sich zuvor, am 14. Juli 2026, klar positioniert: Analyst Tim Rokossa bestätigte sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 90 Euro und verwies dabei auf die belastenden Effekte der geringen Absatzvolumina im zweiten Quartal.
Absatz bricht ein, China bleibt Belastungsfaktor
Die Zahlen, auf die sich beide Analysten beziehen, fallen deutlich aus. Die weltweiten Auslieferungen des Konzerns sanken im zweiten Quartal 2026 um 4,9 Prozent auf 590.962 Fahrzeuge. Noch schwerer traf es die Kernmarke BMW mit einem Rückgang von 7,7 Prozent. Der chinesische Markt entwickelte sich dabei zum größten Bremsklotz: Dort brach der Absatz um rund 30 Prozent ein.
Der Vorstand hatte bereits im Juni reagiert und die Prognose für die operative Marge im Segment Automobile für das Gesamtjahr 2026 von zuvor 4 bis 6 Prozent auf einen Korridor von nur noch 1 bis 3 Prozent gesenkt. Als Grund nannte das Unternehmen die anhaltende Marktschwäche in China. Genau diese Anpassung ist es, die HSBC nun als Grundlage für die Hochstufung anführt – der Markt kenne die schlechten Nachrichten inzwischen.
Eine Untersuchung des Verbands Transport & Environment zeigte zudem eine strukturelle Verschiebung: Der Anteil der in China produzierten Elektrofahrzeuge am europäischen BMW-Absatz sank von 38 Prozent im Jahr 2024 auf 23 Prozent im ersten Quartal 2026.
Personalwechsel und anstehender Quartalsbericht
Neben der operativen Schwäche sorgt BMW derzeit auch mit einer Personalie für Schlagzeilen. Der Konzern bestätigte am 16. Juli 2026 die Berufung von Dorothea von Boxberg zur neuen Personalvorständin. Sie tritt ihr Amt zum September 2026 an.
Richtung geben dürfte der Aktie am 30. Juli 2026 der offizielle Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026. Dann zeigt sich, ob die von den Analysten unterstellte Bodenbildung tatsächlich trägt.
Kurs nahe Jahrestief
Am Kapitalmarkt spiegelt sich die schwierige Lage deutlich wider. Die BMW-Aktie schloss zuletzt bei 58,40 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 37,41 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Tief bei 56,72 Euro, das erst am 15. Juli 2026 markiert wurde, trennen das Papier nur noch 2,96 Prozent – die Aktie notiert also nur knapp über ihrem Jahrestief. Der RSI von 35,7 signalisiert dabei eine Aktie, die weder klar überkauft noch extrem überverkauft ist, aber deutlichen Abwärtsdruck der vergangenen Monate zeigt. Ob die Kursziele von HSBC und Deutsche Bank – 71 respektive 90 Euro – realistisch erreichbar sind, dürfte sich an den Zahlen zum Halbjahr Ende Juli entscheiden.
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