BMW Aktie: 7500 Arbeitsplätze Abbau geplant
BMW reagiert auf das schwache China-Geschäft mit einem Führungswechsel und plant den Abbau von bis zu 7500 Stellen.

- Neue Personalchefin ab August 2026
- Stellenabbau von bis zu 7500 Jobs
- China-Absatz bricht um 20 Prozent ein
- Analysten sehen Potenzial in Neuwagen
Ab Ende August 2026 übernimmt Dorothea von Boxberg, bislang bei Brussels Airlines tätig, das Personalressort des Münchener Autobauers und löst damit Ilka Horstmeier ab. Ihre erste große Aufgabe: die Umsetzung eines Stellenabbaus von bis zu 7500 Arbeitsplätzen. Für Ende Juli ist in München eine Betriebsversammlung angesetzt, auf der die Belegschaft über die Details informiert werden soll.
Gekappte Gewinnprognose als Auslöser
Hintergrund des Sparprogramms ist der Einbruch des China-Geschäfts, der BMW bereits Mitte Juni zur Senkung seiner Gewinnprognose gezwungen hatte. Das China-Geschäft bleibt damit der zentrale Belastungsfaktor für den Autobauer. Immerhin fällt der Rückgang bei BMW im Branchenvergleich moderater aus: Nach Daten aus dem ersten Halbjahr 2026 verzeichnete BMW in China ein Absatzminus von 20 Prozent – deutlich weniger als Porsche mit 32 Prozent oder Mercedes mit 28 Prozent. Audi kam auf ein Minus von 19 Prozent.
Ein Teil dieses Drucks geht auf eine vor einem Jahr verschärfte chinesische Luxussteuer zurück. Peking senkte die Schwelle, ab der die Abgabe auf Neuwagen greift, von 1,3 Millionen Yuan auf 900.000 Yuan – umgerechnet rund 116.000 Euro. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bewertet die Änderung als klar negativ für die deutschen Hersteller. Der chinesische Herstellerverband CPCA berichtet, die Nachfrage nach Verbrennern im betroffenen Preissegment zwischen 900.000 und 1,3 Millionen Yuan sei deutlich zurückgegangen. BMW selbst sieht laut den verfügbaren Angaben aber nur begrenzte Auswirkungen auf den Gesamtabsatz, da nur eine überschaubare Zahl von Modellen in die betroffene Preisklasse fällt.
Niedrige Bewertung schützt Kurs nicht
Trotz des im Vergleich zur Konkurrenz glimpflicheren China-Verlaufs bleibt der Kursdruck auf die BMW-Aktie hoch. Auf Jahressicht steht ein Minus von 32 Prozent zu Buche – ein deutlich schwächerer Wert als der DAX, der im gleichen Zeitraum um 4 Prozent zulegte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von BMW liegt bei lediglich 6,9, niedriger als bei Mercedes mit 7,1, aber höher als bei Volkswagen mit 3,4. Die niedrige Bewertung und die hohen Dividendenrenditen der deutschen Autowerte reichen derzeit offenbar nicht aus, um die Kurse zu stabilisieren.
Am aktuellen Kursniveau von 58,52 Euro zeigt sich die angespannte Lage auch technisch: Der Relative-Stärke-Index von 36,4 signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck, ohne dass die Aktie bereits als überverkauft gilt. Zum Vortagesschluss bewegte sich der Kurs kaum, gegenüber dem erst Mitte Juli markierten 52-Wochen-Tief von 56,72 Euro liegt er derzeit gut 3 Prozent darüber.
Analysten sehen Chancen im Neuwagengeschäft
Nicht alle Einschätzungen fallen pessimistisch aus. JPMorgan bestätigte Anfang Juli seine Einstufung „Overweight“ für BMW mit einem Kursziel von 82 Euro. Analyst Jose M Asumendi verweist auf die gute Nachfrage nach der „Neuen Klasse“ und ein Auftragsbuch für den Elektro-SUV iX3, das sich der Marke von 100.000 Fahrzeugen nähert. Die Einschätzung deutet darauf hin, dass die Bank trotz der China-Schwäche und des angekündigten Stellenabbaus operative Fortschritte bei neuen Modellreihen honoriert.
Für BMW bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Der Konzern muss den anstehenden Personalumbau organisatorisch bewältigen, gleichzeitig die Markteinführung der „Neuen Klasse“ vorantreiben und den strukturellen Nachfragerückgang in China auffangen. Wie belastbar das Vertrauen der Analysten in die neuen Modelle ist, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen, wenn sich Auftragseingänge und Auslieferungszahlen konkretisieren lassen.
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