BMW Aktie: 8.000 Stellen bis 2027 geplant

BMW verzeichnet deutliche Gewinneinbußen im ersten Halbjahr, senkt die Prognose und plant den Abbau von rund 8.000 Stellen bis 2027.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnrückgang von 28,5 Prozent im Halbjahr
  • China-Absatz bricht um 20,4 Prozent ein
  • Stellenabbau von 8.000 Arbeitsplätzen geplant
  • Analysten senken Kursziele für BMW-Aktie

Während BMW in Deutschland im Juli mit 24.644 Neuzulassungen ein leichtes Plus von 0,5 Prozent verbuchte und nach sieben Monaten sogar 5,4 Prozent über dem Vorjahreswert liegt, zeichnet die Halbjahresbilanz des Konzerns ein deutlich trüberes Bild. Auf dem Heimatmarkt hält BMW mit 151.410 verkauften Fahrzeugen zwar Kurs vor Audi mit 17.432 Zulassungen im Juli, muss sich aber Mercedes mit 26.624 Neuzulassungen und einem Plus von 8,0 Prozent geschlagen geben. International sieht die Lage für den Konzern deutlich angespannter aus.

Schwaches Halbjahr trotz stabiler Zulassungen

Im Halbjahresbericht zum 30. Juni wies BMW für das zweite Quartal ein Vorsteuerergebnis von 1.697 Millionen Euro aus, ein Rückgang von 35,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die EBT-Marge sank auf 5,4 Prozent. Für das gesamte erste Halbjahr summierte sich das Vorsteuerergebnis auf 4.045 Millionen Euro, minus 29,4 Prozent, bei einer Marge von 6,5 Prozent.

Der Nettogewinn schrumpfte im ersten Halbjahr auf gut 2,9 Milliarden Euro, ein Minus von 28,5 Prozent, während der Umsatz auf 62,3 Milliarden Euro zurückging. Im Kerngeschäft mit Automobilen fiel die Marge auf 3,6 Prozent, das operative Ergebnis der Sparte brach im zweiten Quartal um 60 Prozent auf 629 Millionen Euro ein. Der Vorstand hatte die Jahresprognose bereits im Juni angepasst und den Korridor für die Automobil-Ebit-Marge von zuvor 4 bis 6 Prozent auf 1 bis 3 Prozent gesenkt – die jetzt vorgelegten Zahlen bewegen sich innerhalb dieses engeren Rahmens.

China bleibt größte Baustelle

Besonders deutlich zeigt sich der Druck in China. Im zweiten Quartal lieferte BMW dort nur noch 117.815 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 30,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Über das gesamte erste Halbjahr summiert sich der Einbruch auf dem größten Einzelmarkt auf 20,4 Prozent. Weltweit sanken die Auslieferungen im zweiten Quartal um 4,9 Prozent auf 590.962 Fahrzeuge. Die Schwäche in China wiegt für BMW besonders schwer, weil der Markt lange als Ertragsstütze diente und der Konzern dort inzwischen mit Preisdruck und Zahlungen zur Händlerunterstützung kämpft.

Achttausend Stellen sollen wegfallen

Noch vor den Zahlen hatte BMW einen umfassenden Stellenabbau angekündigt. Bis Ende 2027 sollen rund 8.000 Arbeitsplätze über ein freiwilliges Abfindungsprogramm wegfallen, das ab Oktober startet. Von weltweit rund 154.000 Beschäftigten arbeiten etwa 85.000 in Deutschland – dort soll mehr als die Hälfte der Streichungen ansetzen. Mit dem Betriebsrat erzielte BMW laut Halbjahresbericht bereits eine Einigung auf ein Personalstrukturprogramm. Für 2026 plant der Konzern dafür einen dreistelligen Millionenbetrag, insgesamt sind rund eine Milliarde Euro für Personalmaßnahmen zurückgestellt. An der Börse kam die Ankündigung des Jobabbaus positiv an, Anleger werteten den Schritt als Zeichen für Kostendisziplin.

Analysten senken Kursziele nach Zahlen

Nach der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen reagierten Analysten verhalten. Bernstein Research senkte das Kursziel für BMW am 31. Juli von 85 auf 82 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Outperform“. JPMorgan-Analyst Jose M. Asumendi bestätigte im selben Zeitraum die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro, verwies dabei jedoch auf die angekündigten Umstrukturierungskosten für das vierte Quartal, eine schwächere Preissetzungsmacht in China sowie Verschiebungen im Produktmix.

An der Börse notiert die BMW-Aktie aktuell bei 59,02 Euro, nach einem Plus von 0,58 Prozent im Tagesverlauf. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 36,82 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Tief bei 56,40 Euro trennen das Papier nur noch 4,65 Prozent. Operativ treibt der Konzern die Neue-Klasse-Offensive weiter voran: Im BMW Group Werk München startet im August die Fertigung des neuen i3, die Auslieferung soll im Herbst beginnen. Auf der Monterey Car Week Mitte August präsentiert BMW zudem erstmals in Nordamerika das M Concept Neue Klasse sowie die Vision BMW ALPINA – während zum 1. September mit Dorothea von Boxberg auch im Vorstand ein personeller Wechsel an der Spitze der Personalabteilung anstehen wird.

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