BMW Aktie: Abfindungsprogramm sorgt für Portal-Ausfall

JPMorgan bleibt optimistisch, während Jefferies vor möglichen Rückstellungen warnt; der weltweite Absatz sank im dritten Quartal.

Die Kernpunkte:
  • BMW-Aktie legte gestern 3,1 Prozent zu
  • JPMorgan hält an 82 Euro Kursziel fest
  • Jefferies sieht mögliche weitere Rückstellungen
  • China-Absatz sank um 24,8 Prozent

Ein Gespräch mit Analysten könnte den jüngsten Kursanstieg bei BMW ausgelöst haben. Die Aktie gewann gestern 3,1%. Medienberichten zufolge dürfte der sogenannte Pre-Close-Call am Dienstagmittag dazu beigetragen haben, zuvor besonders pessimistische Erwartungen zu relativieren. Gesichert ist dieser Zusammenhang nicht: Die Erklärung für die Kursreaktion bleibt eine Vermutung.

Damit richtet sich der Blick weniger auf eine bereits bestätigte operative Erholung als auf die Erwartungen vor der nächsten Berichtsveröffentlichung. Die jüngsten Analystenurteile zeigen dabei unterschiedliche Einschätzungen. Einer optimistischen Bewertung steht eine deutlich vorsichtigere Sicht auf mögliche Belastungen gegenüber.

Analysten setzen unterschiedliche Akzente

JPMorgan bestätigte gestern die Einstufung „Overweight“ und ein Kursziel von 82 Euro. Analyst Jose M. Asumendi prognostizierte für das dritte Quartal einen Umsatz von 29,7 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von rund 1,68 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um Erwartungen, nicht um veröffentlichte Geschäftsergebnisse.

Die positive Einschätzung liefert einen Gegenpol zu den Sorgen um das Geschäft. Sie bedeutet allerdings nicht, dass mögliche zusätzliche Belastungen bereits ausgeschlossen wären.

Jefferies bestätigte am Sonntag die Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 60 Euro. Analyst Philippe Houchois verwies auf voraussichtlich schwache Zahlen europäischer Hersteller. Weitere Rückstellungen bei BMW schloss er nicht aus.

Absatzentwicklung begrenzt die Entwarnung

Die Auslieferungen im dritten Quartal 2026 liefern weiterhin Gründe für Vorsicht. Weltweit sank der Absatz um 6,3%; in China betrug der Rückgang 24,8%. Das China-Geschäft entwickelte sich damit deutlich schwächer als der Konzern insgesamt.

Europa und die USA verzeichneten dagegen Zuwächse. Auch die vollelektrischen Fahrzeuge legten zu. Das Bild ist somit regional und nach Antriebsart uneinheitlich, statt eine durchgängige Erholung zu zeigen.

Hinzu kommt ein Schritt auf der Personalseite. Laut Handelsblatt startete BMW sein Abfindungsprogramm. Zehntausende Beschäftigte erhielten am Donnerstag Angebote per E-Mail; anschließend fiel das Personalportal zeitweise aus.

Erwartungen müssen sich noch bewähren

Der Kursanstieg lässt sich eher als mögliche Neubewertung der Erwartungen einordnen denn als Beleg für eine überwundene Geschäftsschwäche. Entscheidend bleibt, wie sich die Absatzentwicklung im Ergebnis niederschlägt und ob zusätzliche Rückstellungen anfallen.

Die bisher gemeldeten Auslieferungszahlen sind vorläufig und können sich noch ändern. Der vermutete Stimmungsimpuls aus dem Analystengespräch muss sich erst an den Geschäftszahlen messen lassen.

Anzeige

Stand heute, 14. Oktober: BMW – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in BMW investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 14. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

BMW: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu BMW