BMW Aktie: Abschied vom Selbstzünder

BMW setzt beim künftigen 3er auf Benziner und Hybridantriebe; die Werke München und Dingolfing erhalten rund eine Milliarde Euro Ausbauinvestitionen.

Die Kernpunkte:
  • Achte 3er-Generation ohne Diesel
  • Benziner und Hybridvarianten bleiben
  • Rund eine Milliarde Euro Werksausbau
  • BMW-Aktie vorbörslich kaum verändert

Der 3er ist für BMW, was der Golf für VW ist: das Modell, an dem sich der Konzern messen lassen muss. Jetzt bestätigt München eine Zäsur — die achte Generation des Bestsellers kommt ohne Dieselmotor.

Neben dem bereits vorgestellten vollelektrischen i3 wird es künftig nur noch Benziner sowie Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Varianten mit Ottomotor geben. Der Selbstzünder, jahrzehntelang fester Bestandteil der Baureihe, fällt komplett weg.

BMW begründet den Schritt mit der globalen Nachfrageentwicklung: Man konzentriere sich auf jene Antriebsarten, die weltweit am stärksten gefragt seien. Dieselmotoren verlieren in vielen wichtigen Märkten seit Jahren an Bedeutung.

Keine Verbindung zu den Spritpreisen

Auffällig ist der Zeitpunkt der Ankündigung — mitten in einer Phase besonders hoher Dieselpreise. BMW stellt jedoch klar, dass die Entscheidung damit nichts zu tun hat. Die Planung für eine neue Fahrzeuggeneration liege Jahre zurück, deutlich länger als der aktuelle Preiszyklus an der Zapfsäule.

Von einem generellen Diesel-Ausstieg will der Konzern ebenfalls nicht sprechen. Der X5 etwa bleibt weiterhin mit Dieselantrieb erhältlich. Zu weiteren Modellen, die künftig anstehen, hat sich BMW noch nicht festgelegt.

Milliardeninvestition in die Werke

Der 3er ist seit mehr als 50 Jahren im Programm, rund 18 Millionen Einheiten wurden seither gebaut — er bleibt das Brot-und-Butter-Auto der Marke. Die neue Generation soll in Deutschland an den Standorten München und Dingolfing entstehen, in deren Ausbau BMW rund eine Milliarde Euro investiert hat.

München übernimmt die elektrische Variante, Dingolfing produziert Verbrenner und Plug-in-Hybride. Die Batteriezellen kommen aus dem neuen Werk in Irlbach-Straßkirchen. Ergänzt wird die Fertigung durch Standorte in San Luis Potosi in Mexiko und Tiexi in China.

Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel kaum spürbar auf die Nachricht. Der eigentliche Test kommt erst mit der Markteinführung: Dann zeigt sich, ob Kunden den Wegfall des Diesels beim Kernmodell der Marke akzeptieren — oder ob BMW damit Marktanteile an Wettbewerber mit breiterem Antriebsportfolio abgibt.

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