BMW Aktie: Batterie-Fabrik startet – reicht das?
Das neue Werk stärkt BMWs Batterieversorgung; zugleich setzt der Konzern auf Einsparungen und niedrigere Führungsebenen.

- Serienfertigung in Niederbayern angelaufen
- Rund eine Milliarde Euro investiert
- Führungsebenen sollen bis 2027 schrumpfen
- BMW-Aktie seit Jahresbeginn 42 Prozent schwächer
Produktionsanlauf in Irlbach-Straßkirchen
Am Donnerstag eröffnete die BMW Group das Werk Irlbach-Straßkirchen und startete dort die Serienproduktion von Hochvoltbatterien der sechsten Generation. Die am neuen niederbayerischen Standort gefertigten Speicherkomponenten sind für das Stammwerk in München vorgesehen. Der Hochlauf der Fertigung begann unmittelbar im Zweischichtbetrieb, wobei das Gesamtvolumen der Investition rund eine Milliarde Euro umfasst.
Mit dem Anlauf sichert sich der Fahrzeughersteller die Batterieversorgung für anstehende Modellanläufe direkt aus dem eigenen Verbund. Die Inbetriebnahme gilt als wichtiger Baustein, um die Unabhängigkeit kritischer Lieferketten zu stärken und die Transformation hin zur Elektromobilität industriell abzusichern.
Infrastrukturumbau und Effizienzprogramm
Parallel zum Ausbau der Batteriefertigung treibt der Konzern die Dekarbonisierung seiner Produktionsstandorte voran. Am Mittwoch begann im Werk Leipzig der Bau einer rund zwei Kilometer langen Pipeline, die das Werksgelände an das künftige Wasserstoff-Kernnetz anschließen soll. Die Fertigstellung der Trasse ist für das erste Halbjahr 2028 terminiert.
Die infrastrukturellen Maßnahmen flankieren ein weitreichendes Sparprogramm. Auf dem Kapitalmarkttag am Mittwoch kündigte das Management an, die Führungsebenen bis Mitte 2027 um ein Fünftel zu verkleinern. Auch auf den darunterliegenden Hierarchiestufen sind vergleichbare Einschnitte vorgesehen, um administrative Abläufe zu beschleunigen.
Für das Segment Automobile visiert der Vorstand für 2028 eine operative EBIT-Marge zwischen 3 und 5 Prozent an. Langfristig soll der Wert zu Beginn des kommenden Jahrzehnts wieder in die Zielspanne von 8 bis 10 Prozent zurückkehren.
Getrennte Analystenstimmen und schwacher Kursverlauf
An den Märkten rief die Kombination aus Restrukturierung und Investitionen geteilte Urteile hervor. Medienberichten zufolge bekräftigte Analyst Jose Asumendi von JPMorgan seine Einstufung mit „Overweight“ und einem Kursziel von 82 Euro. Er bewertete die vorgelegten Mittelfristziele und die strategische Ausrichtung positiv. Verhaltener äußerte sich UBS: Das Institut beließ die Bewertung auf „Neutral“ mit einem Ziel von 70 Euro.
An der Börse dominiert weiterhin die Skepsis der Investoren bezüglich der Branchenaussichten. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 54,62 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 42 Prozent.
Die nächsten verlässlichen Zahlen zur finanziellen Lage folgen in wenigen Wochen: BMW hat die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung zum 30. September für den 4. November angekündigt.
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