BMW Aktie: Batteriewerk Irlbach startet Serienfertigung

Das neue Werk fertigt Hochvoltbatterien; zugleich setzt BMW Margenziele und plant einen Abbau von Führungsstellen.

Die Kernpunkte:
  • Serienproduktion in Irlbach-Straßkirchen angelaufen
  • Rund eine Milliarde Euro fürs Batteriewerk
  • BMW plant 20 Prozent weniger Führungsstellen
  • Aktie seit Jahresbeginn 41 Prozent im Minus

BMW treibt den Ausbau seiner Batteriekapazitäten voran. Am heutigen Donnerstag nimmt das neue Werk im bayerischen Irlbach-Straßkirchen die Serienfertigung von Hochvoltbatterien auf. Die Montage der Batteriespeicher läuft an diesem Standort bereits seit März.

Der Produktionsstart ist Teil eines größeren Investitionspakets für die heimischen Fertigungsstätten. Gestern kündigte der Konzern an, rund zwei Milliarden Euro in deutsche Standorte zu stecken. Davon fließt rund eine Milliarde Euro direkt in das neue Batteriewerk.

Umbau der Strukturen und Margenziele

Die eigene Fertigung von Hochvoltbatterien soll die Versorgung der Fahrzeugwerke sichern und die Wertschöpfung vertiefen. Parallel dazu befindet sich das Unternehmen in einer Phase strategischer Neuausrichtung. Der Autobauer reagiert damit auf den anhaltenden Margendruck und die veränderten Rahmenbedingungen auf den internationalen Leitmärkten.

Gestern formulierte der Vorstand beim Kapitalmarkttag die finanziellen Zwischenziele für die kommenden Jahre. Im Autogeschäft peilt BMW für 2028 eine operative Marge von 3 bis 5 Prozent an. Zudem soll der Free Cashflow mehr als fünf Milliarden Euro erreichen.

Langfristig setzt das Management auf eine deutlich höhere Ertragskraft. Ab Anfang der 2030er-Jahre strebt der Konzern wieder eine Marge zwischen 8 und 10 Prozent sowie einen Mittelzufluss von über sieben Milliarden Euro an. Bis Mitte 2027 soll außerdem die Zahl der Geschäftsbereiche und der dazugehörigen Führungsposten um 20 Prozent sinken. Zudem will BMW die Modellpalette vereinfachen.

Debatte um Importe und Marktumfeld

Neben internen Einsparungen beschäftigt die Münchener der internationale Wettbewerb. Am 22. September sprach sich Vorstandschef Milan Nedeljkovic gegenüber der FAZ für freiwillige Preisvereinbarungen anstelle von Zöllen aus. Damit will das Unternehmen der Konkurrenz durch günstige Autoimporte aus China begegnen.

Auch am Aktienmarkt wird der Umbau aufmerksam verfolgt. Analyst Stephen Reitman von Bernstein Research betonte gestern in einer Studie, der Konzern wolle durch ein gestrafftes Modellangebot und stärkere Lokalisierung seine Rendite verbessern. Medienberichten zufolge senkte Tim Rokossa von Deutsche Bank Research am Dienstag das Kursziel für die Aktie von 90 auf 78 Euro, bestätigte aber die Einstufung mit „Buy“.

Die Anleger reagierten zuletzt zurückhaltend auf die Transformation. Die BMW-Aktie ging gestern mit einem Schlusskurs von 55,38 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 41 Prozent.

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