BMW Aktie: Bernstein setzt auf Outperform
BMW leidet unter massivem China-Einbruch und sinkender Marge, doch Bernstein Research sieht weiteres Potenzial. Aktienrückkauf und E-Auto-Erfolg stützen die Zuversicht.

- China-Absatz bricht um ein Drittel ein
- Umsatz sinkt auf 31,3 Milliarden Euro
- Bernstein vergibt weiterhin Outperform-Rating
- Aktienrückkaufprogramm über 625 Millionen Euro
China bricht ein, der Gewinn schmilzt, der neue Chef muss gleich liefern. Trotzdem hält ein bekanntes Analysehaus an seiner positiven Einschätzung für BMW fest. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf.
Milan Nedeljkovic übernahm Mitte Mai den Vorstandsvorsitz bei BMW. Vorher leitete er die Produktion. Sein Einstand fällt schwer.
China bricht weg, die Marge schmilzt
Im zweiten Quartal 2026 brach der BMW-Absatz in China um fast ein Drittel ein. China war früher der Gewinngarant für BMW. Jetzt ist der Markt zum Problem geworden – für BMW genauso wie für die anderen deutschen Hersteller.
Der Wettbewerb vor Ort hat sich deutlich verschärft. Die Folge auf Konzernebene: Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge in der Autosparte rutschte auf nur noch 2,3 Prozent ab.
Nedeljkovic bestätigte die im Juni gesenkte Konzernprognose. Neue Kürzungen blieben aus – ein kleines Signal der Stabilität in einem schwierigen Umfeld.
Warum Bernstein trotzdem optimistisch bleibt
Bernstein Research vergab zuletzt eine „Outperform“-Bewertung für die BMW-Aktie. Das Analysehaus sieht also Aufwärtspotenzial, obwohl die operativen Zahlen schwach ausfielen.
Ein Baustein für diesen Optimismus: die Kapitalpolitik des Konzerns. Anfang Juli startete BMW ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von mehr als 625 Millionen Euro. Solche Programme gelten an der Börse oft als Signal für finanzielle Stärke.
Auf der Absatzseite gibt es zudem einen kleinen Lichtblick. BMW eroberte sich bei Elektroautos wieder Platz zwei im Markt zurück. VW bleibt Marktführer.
Der Kurs bewegt sich am Tief
Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 59,46 Euro, ein Tagesminus von 1,69 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Verlust von 36,35 Prozent zu Buche – deutlich mehr als der Rückgang der Geschäftszahlen allein erklären würde.
Zum 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, erst Ende Juli erreicht, bleiben nur noch gut 5 Prozent Puffer. Der Kurs notiert außerdem mehr als 25 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 79,51 Euro. Das zeigt: Der Abwärtstrend der vergangenen Monate hält an.
China bleibt der entscheidende Faktor
Ob sich das China-Geschäft stabilisiert, dürfte über die weitere Kursentwicklung entscheiden. Hinzu kommt regulatorischer Druck aus den USA: Der US-Senat arbeitet an schärferen Regeln gegen chinesische Autotechnik. Das könnte auch international aufgestellte Hersteller wie BMW treffen.
Für die kommenden Wochen bleibt die Gemengelage unübersichtlich. Schwaches China-Geschäft, laufendes Aktienrückkaufprogramm, vereinzelt positive Analystenstimmen wie jene von Bernstein – diese Kombination bestimmt vorerst das Bild bei BMW.
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