BMW Aktie: Bis zu 8.000 Stellen fallen weg

BMW verschärft seinen Sparkurs: Tausende Stellen sollen wegfallen, mehrere Modelle werden gestrichen. Analysten senken das Kursziel, die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Tausende Stellen vor dem Abbau
  • Produktionsende für Z4, 8er und X4
  • Rückrufaktion auf 745.000 Autos ausgeweitet
  • Aktie fällt auf fast Ein-Jahres-Tief

BMW plant im Zuge seines Sparkurses offenbar deutlich tiefere Einschnitte als bislang bekannt. Medienberichten zufolge sollen bis zu 8.000 Stellen in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung wegfallen. Zugleich stehen mehrere Baureihen vor dem Aus: der Roadster Z4, die 8er-Reihe und das SUV-Coupé X4 gelten als unrentabel und sollen eingestellt werden.

Der Schritt reiht sich in eine Serie von Belastungen ein, die BMW in den vergangenen Tagen beschäftigt haben. Am Freitag weitete der Konzern einen Rückruf wegen Brandgefahr durch fehlerhafte Starter-Bauteile auf dem deutschen Markt um weitere 42.000 Fahrzeuge aus.

Weltweit betrifft die Aktion mittlerweile rund 745.000 Fahrzeuge verschiedener Baureihen aus dem Produktionszeitraum Juli 2020 bis Februar 2026. Bereits Anfang August hatte BMW Motorrad zudem rund 77.000 Motorräder des Typs S 1000 RR wegen eines möglichen Wackelkontakts am Zündschloss zurückgerufen.

Sparprogramm trifft auf Modellbereinigung

Die geplante Streichung von Z4, 8er und X4 passt ins Bild eines Konzerns, der sein Portfolio auf profitable Kernsegmente konzentrieren will. Anders als bei früheren Restrukturierungsschritten geht es diesmal nicht nur um Personal, sondern direkt um die Produktpalette. Das könnte mittelfristig Kapazitäten für die „Neue Klasse“ freimachen, jene Elektro-Plattform, deren erstes Serienmodell, der vollelektrische i3, seit dem 6. August im Münchner Stammwerk produziert wird.

Auf der Verkaufsseite zeigt sich unterdessen, wo BMW aktuell sein Geld verdient: Im deutschen Markt war im Juli der X1/iX1 erneut das meistverkaufte Modell des Herstellers, noch vor dem X3/iX3. Die geplante Streichung kleinerer Nischenmodelle wie Z4 und X4 dürfte diesen Trend zu den margenstarken SUV- und Kompaktmodellen weiter verstärken.

Kursziel gesenkt, Aktie nahe Jahrestief

Der Kapitalmarkt reagierte zuletzt zurückhaltend. RBC Capital Markets senkte am 14. August das Kursziel für BMW von 62,00 auf 60,00 Euro und beließ die Einstufung „Sector Perform“. Analyst Tom Narayan begründete den Schritt mit dem schwachen chinesischen Absatzmarkt und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck in Europa – Faktoren, die auch hinter der aktuellen Kostenoffensive stehen dürften.

Am Kapitalmarkt bewegt sich die Aktie mit einem Freitagsschluss von 59,60 Euro nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das am 24. Juli markiert wurde. Der Abstand beträgt gerade einmal 5,7 Prozent.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 78,50 Euro klafft dagegen eine Lücke von 24 Prozent – ein Zeichen dafür, wie stark der Titel im laufenden Jahr unter Druck geraten ist. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 36 Prozent zu Buche.

Recycling-Erfolg als Lichtblick

Nicht alle Nachrichten der vergangenen Tage waren negativ. Am 13. August meldete BMW den Abschluss des Forschungsprojekts „Car2Car“, das gemeinsam mit Partnern wie thyssenkrupp Steel Europe, Aurubis und Novelis durchgeführt wurde.

Die Recycling-Quote für Sekundärrohstoffe wie Stahl, Aluminium und Kupfer konnte dabei von 6 auf 51 Prozent gesteigert werden – ein Fortschritt, der langfristig Rohstoffkosten senken und die Nachhaltigkeitsbilanz verbessern könnte, kurzfristig aber kaum Einfluss auf die Kursentwicklung haben dürfte.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob der harte Einschnitt bei Personal und Modellpalette ausreicht, um die Profitabilität zu stabilisieren, während China und der europäische Wettbewerb weiter auf die Marge drücken.

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