BMW Aktie: China-Geschäft wird zur Last!

China-Schwäche und Kostendruck belasten BMWs Aussichten; HSBC stuft die Aktie herab und reduziert das Kursziel auf 69 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Aktie markiert neues 52-Wochen-Tief
  • HSBC senkt Rating und Kursziel
  • Gen6-Batterie als innovative Technologie ausgezeichnet
  • Roboter-Pilotprojekt in Leipzig gestartet

Die Sorgen um das Geschäft in Asien haben die Papiere von BMW zum Ende der Handelswoche spürbar unter Druck gesetzt. Am Freitag ging die Aktie mit einem Abschlag von 1,7 Prozent bei 56,10 Euro aus dem Xetra-Handel. Zuvor markierte das Papier am selben Tag bei 55,32 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, womit die anhaltende Schwächephase im Automobilsektor ihren vorläufigen Tiefpunkt erreichte.

China-Sorgen und Margendruck dämpfen die Aussichten

Verantwortlich für die jüngste Skepsis unter den Marktteilnehmern ist vor allem ein veränderter Blick auf den wichtigsten Einzelmarkt der Branche. Am Donnerstag stufte die britische Bank HSBC die BMW-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ ab. Gleichzeitig reduzierten die Experten ihr Kursziel von 71 auf 69 Euro.

Als wesentlichen Grund für diesen Schritt nannte HSBC die anhaltende Verschlechterung des operativen Geschäfts in China. Eine nachhaltige Erholung sei dort aus Sicht der Analysten bis zum Jahr 2027 nicht absehbar. Hinzu komme ein unverändert hoher Kostendruck, der auf den europäischen Herstellern lasse und die Margen belaste.

Die Einschätzung steht im Kontrast zu einer vorangegangenen Analyse vom 16. September. An diesem Tag stufte das Analysehaus Berenberg die Titel von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hob den fairen Wert von 69 auf 75 Euro an. Dennoch überwogen an den Märkten zuletzt die vorsichtigen Stimmen, da die Nachfrageentwicklung im asiatischen Raum als zentraler Treiber für die künftige Ertragskraft gilt.

Technologieofferte trifft auf operative Hürden

Operativ versucht der Konzern parallel, mit neuen Technologien gegenzusteuern und die Umstellung des Modellportfolios voranzutreiben. Am Donnerstag erhielt die Gen6-Hochvoltbatterie der Münchener auf dem World New Energy Vehicle Congress in China die Auszeichnung als innovative Technologie. Das Unternehmen betrachtet die Batteriegeneration als Schlüsselkomponente für die anstehende Fahrzeuggeneration der Neuen Klasse.

Gleichzeitig sucht der Hersteller den Schulterschluss mit der Politik hinsichtlich alternativer Antriebe. Gemeinsam mit Branchenvertretern und dem Verband der Automobilindustrie informierte das Unternehmen am Freitag den Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte über CO₂-reduzierende Technologien. Dabei forderte die Industrie die Schaffung einer eigenständigen Kategorie für Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden.

Zudem laufen in den bayerischen Werken die Vorbereitungen für effizientere Fertigungsmethoden. Im Werk Leipzig startete in dieser Woche ein Pilotprojekt mit humanoiden Robotern des Typs AEON, die künftig in der Komponentenfertigung sowie bei der Montage von Hochvoltbatterien unterstützen sollen.

Finanztermine für das vierte Quartal fixiert

Klarheit über die tatsächliche Belastung der Margen durch die Lage in Asien erwarten Investoren im weiteren Verlauf des Herbstes. Ein erster Indikator für den Geschäftsverlauf folgt am 12. Oktober im Rahmen des traditionellen Pre-Close-Calls zum dritten Quartal.

Die offiziellen Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahresviertel wird BMW schließlich am 4. November mit der Quartalsmitteilung zum 30. September vorlegen. Anleger werden diese Veröffentlichung vor allem daraufhin überprüfen, wie stark sich der von Analysten beschriebene Gegenwind in den tatsächlichen Auslieferungen und operativen Erträgen niedergeschlagen hat.

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