BMW Aktie: Debrecen läuft rund um die Uhr

BMW fertigt den iX3 in Debrecen nun im Drei-Schicht-Betrieb. Über 100.000 Bestellungen stehen einem Kursverlust von 34 Prozent gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • iX3-Fertigung läuft rund um die Uhr
  • Mehr als 100.000 Bestellungen liegen vor
  • BMW investierte über zwei Milliarden Euro
  • Kapitalmarkttag findet Ende September statt

Während die europäische Automobilbranche unter erheblichem Margendruck ächzt, setzt der Münchener Autobauer beim Hochlauf seiner neuen Elektrogeneration auf Tempo. Im ungarischen Werk Debrecen wurde der Betrieb heute auf ein Drei-Schicht-System umgestellt. Die Fertigung des vollelektrischen Modells iX3 läuft damit rund um die Uhr, um die hohe Nachfrage auf dem europäischen Markt zu bedienen.

Schneller Hochlauf im ungarischen Werk

Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld liegen für den iX3 europaweit bereits mehr als 100.000 Bestellungen vor. Rund 50.000 Einheiten des Fahrzeugs wurden am Standort Debrecen bislang gefertigt, womit das Auftragsbuch weiterhin zur Hälfte gefüllt bleibt. Der Übergang von einer Schicht zum durchgehenden 24-Stunden-Betrieb gelang innerhalb von rund acht Monaten.

Dieser Ausbau markiert den zügigsten Hochlauf eines neuen Werks in der Geschichte des Konzerns. BMW investierte mehr als zwei Milliarden Euro in den ungarischen Standort, an dem inzwischen über 5.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Bereits im Herbst soll die Fertigung eines zweiten rein elektrischen Modells in Debrecen anlaufen.

Die operative Beschleunigung verschafft dem Konzern Rückenwind in einem ansonsten von Unsicherheiten geprägten Sektor. Während Wettbewerber mit Nachfragedellen und Verzögerungen bei Modellwechseln kämpfen, setzt der Münchener Hersteller die Skalierung seiner neuen Elektroarchitektur ohne sichtbare Reibungsverluste um. Das stärkt die Planungssicherheit für die kommenden Quartale.

Branchenumfeld und anstehender Kapitalmarkttag

Im Handel am heutigen Freitag geriet die BMW-Aktie dennoch in den Sog eines schwachen Gesamtmarkts und verlor 2,9 Prozent auf 61,38 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang des Papiers damit auf 34 Prozent. Auslöser für die sektorweite Skepsis waren unter anderem drastische Prognosesenkungen bei Branchennachbarn wie Volkswagen.

Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und zurückhaltender Börsenbewertung rückt den nächsten Unternehmenstermin in den Fokus. Am 29. und 30. September lädt der Konzern zu seinem Kapitalmarkttag nach München ein. Dort wird das Management den Investoren darlegen müssen, wie sich der schnelle Kapazitätsausbau mittelfristig auf die Profitabilität niederschlägt.

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