BMW Aktie: Dritte Gewinnwarnung in drei Jahren

BMW senkt Margenerwartung drastisch und plant Gespräche über Stellenabbau. Analysten und Ratingagentur reagieren negativ auf die Krise.

Die Kernpunkte:
  • Margenerwartung auf 1-3% gesenkt
  • Bis zu 7.700 Stellen gefährdet
  • Moody's senkt Ausblick auf negativ
  • i3-Bestellstart vorgezogen

Drei Gewinnwarnungen in drei Jahren — BMW schlägt ein neues Kapitel auf, das die Aktionäre teuer zu stehen kommt. Der Münchner Autobauer hat diese Woche seine Margenerwartung drastisch gesenkt und bereitet nun Gespräche mit dem Betriebsrat über Stellenabbau vor.

Marge halbiert, Belegschaft unter Druck

BMW kappt die Margenerwartung für das Automobilsegment 2026 auf ein bis drei Prozent. Ursprünglich hatte der Konzern vier bis sechs Prozent in Aussicht gestellt. Als Hauptgründe nennt BMW eine beschleunigte Schwäche im China-Geschäft sowie gestiegene Energiekosten durch den Nahost-Konflikt.

Konzernchef Milan Nedeljković schließt Stellenabbau nicht mehr aus. Bis Ende 2026 könnten bis zu fünf Prozent der weltweiten Belegschaft wegfallen — rund 7.700 Stellen. Der Abbau soll primär über natürliche Fluktuation laufen, nicht durch direkte Entlassungen. Der Betriebsrat hat entsprechende Gespräche bereits bestätigt.

Moody’s und Analysten ziehen Konsequenzen

Die Ratingagentur Moody’s reagierte prompt: Sie stufte den Ausblick für BMW von stabil auf negativ herab. Das A2-Langfrist-Rating bleibt vorerst bestehen.

Analysten revidierten ihre Kursziele. UBS senkte das Ziel von 88 auf 70 Euro und behält die Einstufung „Neutral“. Goldman Sachs zog nach und reduzierte ebenfalls sein Kursziel.

Gegenimpuls: i3-Bestellstart vorgezogen

Mitten in der Krise versucht BMW, ein strategisches Signal zu setzen. Der Konzern zog den Bestellstart für den neuen Elektro-i3 vor. Kunden können die „First Edition“ des i3 50 xDrive jetzt für 75.340 Euro ordern. Die reguläre Produktion startet im August. Der i3 ist das Kernmodell der „Neuen Klasse“ — BMWs kommende Generation vollelektrischer Fahrzeuge.

Ob das ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist fraglich. Die Aktie verlor allein in der vergangenen Woche über zehn Prozent und notiert mit 60,38 Euro nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 58,80 Euro. Seit Jahresanfang beträgt das Minus 37 Prozent. Der RSI von 20,5 zeigt technisch stark überverkaufte Bedingungen — aber ein technisches Signal allein dreht keine Fundamentaldaten.

Am 30. Juli legt BMW den Halbjahresbericht vor. Dann wird klarer, wie tief die Spuren der Gewinnwarnung in den Zahlen tatsächlich sichtbar sind.

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