BMW Aktie: Gen6-Batterieproduktion in Shenyang aktiv

BMW legte im Branchenaufschwung zu, während die Serienfertigung neuer Batterien in China begann und Analysten unterschiedliche Kursziele nannten.

Die Kernpunkte:
  • BMW-Aktie gewinnt 3,2 Prozent
  • EU-Lockerung bleibt bislang eine Aussicht
  • Gen6-Batterieserienfertigung in Shenyang gestartet
  • Analystenziele reichen von 71 bis 82 Euro

BMW gewinnt heute 3,2% im Sog freundlicher europäischer Autowerte. Medienberichten zufolge stützt die Aussicht auf eine Lockerung des geplanten EU-Endes für Verbrennungsmotoren den Sektor. Neben BMW legen auch Mercedes-Benz, Volkswagen und Renault zu.

Der Impuls kommt damit aus dem politischen Umfeld und nicht aus einer neuen Unternehmensmeldung. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die Hoffnung auf veränderte Vorgaben ersetzt keine Verbesserung der Geschäftszahlen.

Politische Hoffnung trifft auf Elektroinvestitionen

Eine Lockerung könnte die Rahmenbedingungen für Verbrennungsmotoren verändern. Bislang geht es allerdings um eine Aussicht, nicht um eine bestätigte Entscheidung. Der heutige Kursanstieg spiegelt damit zunächst Erwartungen an die künftige Regulierung wider.

Unabhängig davon treibt BMW seine Batterieproduktion voran. Gestern nahm die Gruppe in Shenyang die Serienproduktion von Gen6-Hochvoltbatterien auf. Die Batterien sind für in China produzierte Modelle der Neuen Klasse bestimmt.

Beide Entwicklungen betreffen unterschiedliche Ebenen: Die politische Debatte dreht sich um den künftigen regulatorischen Rahmen. Der Produktionsstart gehört dagegen zur bereits laufenden Umsetzung der Elektrostrategie. Aus der Hoffnung auf gelockerte Verbrennervorgaben lässt sich deshalb keine Änderung dieser Investitionsrichtung ableiten.

Analysten setzen unterschiedliche Schwerpunkte

Bei den Analysten fällt die Einschätzung günstiger aus, als es allein die schwachen Auslieferungen vermuten lassen könnten. Die Deutsche Bank bestätigte am Mittwoch ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 71 Euro. Analyst Tim Rokossa verwies unter anderem auf eine erwartete einmalige Lieferantenentschädigung von rund 350 Millionen Euro.

Diese erwartete Zahlung ist für die Einordnung wesentlich: Eine einmalige Entschädigung wäre kein Beleg für eine dauerhaft bessere operative Entwicklung. Anleger sollten einen solchen möglichen Ergebniseffekt daher von der Entwicklung des laufenden Geschäfts trennen.

JPMorgan bestätigte am Dienstag die Einstufung „Overweight“ und ein Kursziel von 82 Euro. Damit liegen die beiden positiven Analysteneinschätzungen bei ihren Zielmarken deutlich auseinander. Sie liefern Unterstützung für die Aktie, aber keine einheitliche Bewertung des Potenzials.

Rückkäufe ergänzen den politischen Rückenwind

Zusätzlich setzt BMW sein Aktienrückkaufprogramm fort. Vom 5. bis 11. Oktober kaufte das Unternehmen insgesamt 830.852 Stammaktien zurück.

Der Rückkauf ist eine konkrete Unternehmensmaßnahme und damit anders einzuordnen als die heutige Hoffnung auf regulatorische Erleichterungen. Als nächster Unternehmenstermin sind für den 4. November die Quartalszahlen angekündigt. Für die weitere Bewertung zählt dann, wie sich das laufende Geschäft entwickelt und welche Rolle einmalige Effekte tatsächlich spielen.

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