BMW Aktie: Gewinn bricht um 35 Prozent ein
BMW beginnt mit der Fertigung des i3, während Gewinne und China-Absatz deutlich sinken. Der Autobauer senkt Prognosen und plant Stellenabbau.

- Serienstart des i3 in München
- Gewinn sinkt um 35 Prozent
- China-Absatz bricht um 20 Prozent ein
- Stellenabbau von 8.000 Jobs geplant
BMW hat heute die Serienproduktion des i3 im Werk München aufgenommen. Das zweite Modell der neuen Elektroauto-Generation „Neue Klasse“ soll ab Herbst an Kunden in Europa ausgeliefert werden.
Laut Unternehmensangaben senkte BMW die Produktionskosten des Fahrzeugs um 10 Prozent gegenüber vergleichbaren Modellen. Der Produktionsstart markiert einen strategischen Meilenstein für den Münchner Autobauer, der zugleich mit einem drastischen Gewinneinbruch zu kämpfen hat.
Gewinn bricht ein, China schwächelt massiv
Der Halbjahresbericht, den BMW Ende Juli veröffentlichte, zeichnet ein deutlich eingetrübtes Bild. Der Gewinn nach Steuern sank im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die operative Marge im Automobilsegment fiel von 5,4 Prozent im Vorjahr auf nur noch 2,3 Prozent.
Der weltweite Absatz ging im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 1.156.742 Einheiten zurück, wobei China mit einem Einbruch von 20,4 Prozent besonders stark belastete – im zweiten Quartal allein brach der China-Absatz sogar um 30,2 Prozent ein.
BMW reagierte mit einer Absenkung der Jahresprognose: Die EBIT-Marge im Automobilsegment soll 2026 nur noch bei 1 bis 3 Prozent liegen, zuvor hatte das Unternehmen 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt.
Zusätzlich kündigte der Konzern an, bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abzubauen. Ein freiwilliges Abfindungsprogramm soll ab Oktober starten, das Gesamtbudget für die Personalmaßnahmen beziffert BMW auf etwa eine Milliarde Euro.
Nicht überall verläuft die Entwicklung negativ: In Europa legte der Absatz um 5,4 Prozent zu, in den USA um 3,0 Prozent. Die Elektro-Offensive zeigt erste Wirkung – der iX3-Start trieb die BEV-Auslieferungen in Europa im zweiten Quartal um 38 Prozent nach oben, weltweit gingen fast 100.000 Vorbestellungen für das Modell ein.
China bleibt zentraler Wachstumsmarkt trotz Rückgang
Während die aktuellen Absatzzahlen aus China Sorgen bereiten, bleibt das Land für BMW strategisch bedeutsam. Auf der Chengdu Motor Show, die von 21. bis 30. August stattfindet, bringt BMW eine speziell für China entwickelte Langversion des iX3 mit verlängertem Radstand und einer CLTC-Reichweite von über 900 Kilometern an den Start.
Parallel feiert die Langversion des i3 dort ihre umfassende öffentliche Premiere, mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern nach chinesischem Messstandard. Beide Modelle sollen im vierten Quartal in Produktion gehen. Die Dreier-Reihe erreichte in China zudem die Marke von 2 Millionen verkauften Einheiten und führt das Segment bereits seit 21 Monaten in Folge an.
Aktie nahe Jahrestief, Rückkaufprogramm läuft weiter
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die BMW-Aktie notiert bei 59,50 Euro und liegt damit nur 5,5 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst vor rund drei Wochen markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier 36 Prozent an Wert verloren, gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 24 Prozent.
Trotz der schwachen Kursentwicklung setzt BMW sein Aktienrückkaufprogramm fort: In der ersten Augustwoche erwarb der Konzern knapp 600.000 eigene Stammaktien, in der Vorwoche waren es rund 383.000 Papiere. Das Gesamtvolumen des bis April 2027 laufenden Programms beträgt bis zu 2 Milliarden Euro.
Die DZ Bank stufte BMW Ende Juli von Buy auf Hold ab und senkte das Kursziel von 75 auf 65 Euro. Als Begründung nannte der Analyst die nach unten revidierten Prognosen für Umsatz, EBIT-Marge und Cashflow – ein Urteil, das die schwierige Ausgangslage des Konzerns unterstreicht, während der Produktionsstart des i3 gleichzeitig zeigt, dass BMW seine Elektro-Offensive trotz des Gegenwinds konsequent vorantreibt.
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